Unser Islandhund Djákni Samurson fra Dyrgjadottir

Djákni wurde am 18. August 2013 geboren.
(ein Klick auf die Namen von Mama und Papa eröffnet Einblicke in tolle Hundeleben)
Papa:  Ari-Samur fra Dyrgjadottir   Mama: Ísskógar Ronja Katla

 

Djákni

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Djákni - Tagebuch      

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Aktuell!

06.08.2018

Ja, diese Hitze. Inzwischen hat sich Djákni mit dem Morgen-Spaziergang abgefunden, daran gewöhnt hat er sich nicht. Der Tag ist dann sooo lang. Auch im Reisemobil ist es nicht angenehm für unseren Pelzträger, sogar an der Nordsee war es heiß, doch wir hatten Glück und einen schönen Schattenplatz in Otterndorf. Der Stellplatz dort lässt noch viele Wünsche offen, der Ort selbst, die Promenade und die Restaurants haben uns überzeugt. Das leidige Entsorgungsproblem dort befristet den Aufenthalt auf maximal 3-4 Tage. Trotzdem denke ich, dass wir dort wieder einmal landen werden, nicht jeder Sommer wird so glühend wie dieser. Djákni bevorzugt dann den Platz unter dem Fahrzeug.

Wer noch einen schönen Camping- oder Stellplatz sucht, dem kann ich Freilingen im Westerwald empfehlen. Wandern, Radeln und Baden sind dort möglich und das zu erschwinglichen Konditionen. Auch Djákni hat sich sehr wohlgefühlt (na ja, heiß war es dort auch, vielleicht ein kleines bisschen weniger als sonstwo?!), besonders als er dort Landstiere (=Abwandlung von Landsleute) getroffen hat, es gibt dort Islandpferde! 

Warnung: 

Immer wenn wir in Urmitz am Rhein sind, will Djákni baden gehen. Es gibt dort im Bereich einiger Buhnen buchtähnliche Wasserflächen mit mehr oder weniger einladendem Sandstrand. Infolge des extremen Niedrigwassers des Rheins ist das Ufer nicht mehr weit vom flussseitigen Ende der Buhnen entfernt. Gerät man nun als Schwimmer aus dem Schutz dieser Strombauwerke, wird man von der Strömung erfasst und mitgerissen. Angesichts dieser Gefahr hatte ich DJ gerade zurückgerufen als zwei Rheinschiffe im Begegnungsverkehr vorbeifuhren. Augenblicke später geschah etwas womit ich so nicht gerechnet hatte: Die Schiffe saugten sämtliches Wasser aus der Bucht. Wäre mein Hund noch im Wasser gewesen, ich möchte lieber nicht darüber Nachdenken. 

Es waren vorher schon einzelne Schiffe vorbei gefahren, da war mir dieser Effekt nicht aufgefallen. Erst als sich zwei Schiffe direkt dort begegnet sind, trat er ein.

Nun ist diese Situation nicht auf Urmitz bezogen, diese Konstellation kann sich überall am Rhein oder an anderen Gewässern ergeben. Schiffe müssen sehr viel Wasser bewegen, um voran zu kommen, ein Schwimmer hat keine Chance, wenn er in deren Sog gerät.


 

10.06.2018

Obwohl eigendlich noch Frühjahr haben wir seit Tagen hochsommerliche Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit mit Neigung zu Gewitter.

Unsere täglichen Touren haben wir daher in die Morgenstunden verlegt. Spätestens um 8:00 Uhr sind wir unterwegs. Leider wird dadurch der Tag für Djákni sehr lang(weilig). Gehe ich mit ihm raus, will er allerdings bald wieder in den Schutz der Wohnung zurück.

 

In den letzten Monaten hat Djákni eine interessante Entwicklung durchlaufen. Ohne dass wir das trainiert hätten, läuft er ganz entspannt und ohne Zug an der Leine, wenn, ja wenn kein nennenswertes Grün zu sehen ist. In der Stadt, ja selbst im Menschengetümmel einer Ausstellungshalle ist er der perfekte Begleithund.

Aber sobald er Grün registriert, nicht der einzelne Baum sondern kleinere oder größere Parkflächen will er sich bewegen und beginnt an der Leine zu ziehen.

 

Neulich hat er mir im Wald Wildschweine gezeigt, erst ein einzelnes Tier höchstens 30 Meter von uns weg, später eine ganze Rotte (ich habe acht gezählt), die waren etwas weiter weg. Er blebt dann stehen, geht an den Wegesrand und blickt unverwandt in die Richtung der Tiere. Ganz Wohl war mir nicht dabei, aber die Borstentiere haben sich nicht um uns gekümmert.


 

 

2. 01. 2018

Wie geht es Djákni? Gut! Er pocht auf seine täglichen Ausflüge. Spätestens um 14:00 Uhr steht er neben mir und stuppst mich auffordernd an: "Los, zieh deine  Schuhe an, ich will raus!" Leider hatten wir ja bisher nur Schmuddelwetter-Winter und dementsprechend sieht unser Lauser auch aus, wenn wir zurück kommen. Da hilft nichts, ab in die Dusche! Täglich muss er die Prozedur über sich ergehen lassen, natürlich nur mit fast kaltem Wasser - warmem weicht er aus - und ohne Chemie. An seinem Fell war bisher nur Wasser!
Silvester war wieder sehr aufregend, nervend die vielen Böller schon am Nachmittag. Draußen, wenn wir unterwegs sind, stört er sich nicht daran, wenn er in der Wohnung ist umso mehr. Er will gar nicht mehr mit dem Schimpfen aufhören. Um Mitternacht hatte ich dann alle Hände voll zu tun, um ihn einigermaßen zu beruhigen. Klar, dass wir uns an der Knallerei nicht beteiligen.
Djákni wünscht allen Hundefreunden ein Gutes Neues Jahr! Und ich schließe mich an!

18. 08. 2017

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Djákni und dem gesamten "D-Wurf"

Vier Jahre alt ist unser Lausbub jetzt und er macht uns immer wieder viel Freude. Sein Bewegungsdrang ist ungebremst.

17.04.2017

Zecken geht es auf Djákni nur solange gut, wie sie ihn nicht angebohrt haben. ich finde immer mal wieder ihre Überreste. Djákni verträgt das Mittel gut, ich habe keine Beeintächtigung seiner Aktivitäten bemerkt. Es ist schon angenehm, dass man jetzt ausschließen kann, dass diese Quälgeister auch von ihm weiter verbreitet werden.

14.03.2017

Heute wurde Djákni geimpft, Tollwut und Co. Alles war kein Problem, nur als ihm der Onkel Doktor mit so einem komischen Ding in die Ohren gucken wollte brummte er ein bisschen. Bestimmt war das Metallding zu kalt.
Wir haben uns für die 3-Monats-Pille entschieden. So einen Frühsommer wie den letztes Jahr wollten wir nicht noch einmal erleben. An manchen Tagen musste ich über zehn Zecken aus seiner Haut ziehen und mehr als zehn noch passive aus seinem Fell sammeln. Er kann natürlich trotzdem diese Quälgeister sammeln, aber es bekommt ihnen nicht, wenn sie ihn anknabbern. Hoffentlich wandern die dann nicht einfach zu Frauchen oder Herrchen.
Er hat die Impfung gut überstanden und diese Anti-Zecken-Flöhe-Tablette anstandslos genommen und auch gut verarbeitet (ich schreibe dies am 17. 3.)
Ich berichte darüber, welche Erfahrungen wir mit dem Präparat machen werden.

Wer wissen will, was wir ihm gegeben haben, der mag mich mit der Mitteilungsfunktion auf 'home'
anfunken. Die eigene email-Adresse mit angeben, damit ich antworten kann!



28.12.2016

Zum Jahresausklang möchte ich noch ein, zwei Djákni-Episoden zum Besten geben. Dass wir im Wald mit Fichtenzapfen spielen habe ich schon erwähnt. Ich werfe so ein Teil so weit ich nur kann und treffe natürlich einen dünnen Zweig, der den Zapfen in eine vollkommen andere Richtung umleitet. DJ rast in die ursprünglich geplante Richtung und sucht vergebens. Nach einiger Zeit beginnt er, die Oberfläche großzügig mäanderförmig abzulaufen. Er reagiert dann auch auf Zuruf: "Such da!" rufe ich, wenn er sich dem Landeplatz nähert und er reagiert darauf. Nur selten findert er die Hutzel nicht, und das nur, wenn er keine Lust (mehr) auf das Spiel hat.


Eine weitere Hutzel-Story
Wir haben bestimmte Spielplätze im Wald. Meist habe ich zwei oder drei Zapfen gesammelt, die ich dort werfe. Das geht dann auf Geschwindigkeit. Ich werfe einen Hang hoch, DJ rast hinterher und bringt zurück. Kurz vor mir lässt er los und der Zapfen fliegt in meine Richtung. Fast zeitgleich werfe ich den nächsten Zapfen. Werfen, bücken, aufheben, werfen, so geht das weiter. Manchmal kommt es vor, gerade im Herbst, dass sich der Zapfen so im Laub verkriecht, dass ich ihn nicht mehr finde. Ich brauche Hilfe. "Djákni, ich kann ihn nicht finden. Such du die Hutzel." Mit mitleidigem Augenaufschlag kommt er auf meine Seite des "Spielfeldes" und zeigt mir, wo sich das Teil versteckt.


18. 8. 2016

Da war doch was! Nein, wir haben es nicht vergessen, ich konnte aber von unterwegs nicht auf meine Homepage zugreifen. Warum, keine Ahnung.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Djákni und dem ganzen D-Wurf! Nachträglich, aber von Herzen.

13. Juli 2016

Wir sind mit unserem Wohnmobil in Urmitz am Rhein und es bietet sich an, Djákni auf dem Radweg entlang des Rheins am Fahrad zu führen. Er liebt diese Möglichkeit, sich auszutoben und ist schon dann völlig außer sich, wenn ich nur den Lenker des Fahrrades anfasse. Ich habe ein Gestell am Rad mit einer starken Feder, die ruckartige Bewegungen des Hundes weitgehend kompensiert (bei den Bildern ist eines dabei, auf dem man uns in Aktion sehen kann). Djákni läuft rechts neben mir. Zu Beginn kennt er nur eines: Laufen, laufen, laufen und dabei zu bellen. Mein Part auf den ersten 500 Metern beschränkt sich auf Lenken und Bremsen. Auf diesem Weg am Rhein muss ich mit Gegenverkehr rechnen und vertraue auf Djáknis Konzentration, die er bei meinen bisherigen Exkursionen immer gezeigt hat. Diese wird heute allerdings auf eine extreme Probe gestellt. Wir sind noch keine 500 Meter unterwegs und mein Hund ist immer noch in seiner Sturm und Drang-Phase, als uns Radfahrer entgegen kommen. Warum ist ausgerechnet hier der Weg besonders schmal? Es kommt nicht einer, nicht fünf, nicht zehn, es kommen geschätzte 25 Radler uns entgegen und ich versuche krampfhaft, stur geradeaus zu fahren. Das Stressige an dieser Situation ist, dass wenn wir durch einen Fahrfehler einen der Entgegenkommenden zum Straucheln bringen, dann purzeln die restlichen alle darüber, denn keiner hält auch nur im entferntesten so etwas wie Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden ein. Ich rede mit Djákni: "Du machst das gut, immer sauber weiter, ganz ruhig." Ich weiß nicht, ob ich geatmet habe, während der Begegnung. Als sie vorbei sind, lobe ich ihn: "Das hast du ganz toll gemacht!" und vielleicht kann sich der eine oder andere das nicht vorstellen, es kommt als Antwort von meinem vierbeinigen Freund ein helles "wau, wau!" Genau so wie ich es hier schreibe, zwei wau-Laute, nicht mehr und nicht weniger. Ich interpretiere es als "ich weiß, aber das war doch nicht schwer".
Kaum zu glauben, was auf diesem Weg an einem Samstagmorgen alles los ist. Hat sich da nicht eine Hundschule oder so was ähnliches rechts und links vom Weg mit offensichtlich jungen Hunden aufgebaut. Ihre Tiere sollen wohl lernen, dass sie sich nicht durch Passanten und Radler ablenken lassen. Doch ein Radler mit Hund war wohl nicht vorgesehen. Wir haben nicht viel Platz dazwischen und Djákni ist im kritischen Abstand zu seinen Artgenossen. Er wird angebellt, wendet den Kopf und antwortet, ohne das vorwärtslaufen einzustellen, d.h. es gibt nicht das geringste Problem für mich, das ich auszugleichen hätte. Wieder lobe ich ihn und wieder kommt dieses helle wau wau. Nur zwei Töne, wau, wau.
Zur Belohnung darf er ein Bad im Rhein nehmen. Er versteht es nicht, aber ich beende sein Planschen ziemlich apruppt, als ich die vielen Glasscherben im Sand bemerke. Ein Hundhaufen ist in erster Linie unangenehm und zerfällt nach einiger Zeit, diese Scherben behalten ihr Gefahrenpotential über Monate und länger (...).
Es ist sehr warm so dass ich nach etwa vier Kilometern umdrehe. Die Hundeschule ist immer noch da, aber sie hat gelernt. Sie stehen jetzt nur noch auf einer Seite des Weges, so dass es mir leichter fällt, mit knapp einem Meter genügend Abstand einzuhalten. Djákni läuft ohne einen Laut und ohne einmal zu Zucken daran vorbei - da kann ich nur sagen: "wau, wau".
Die Temperatur nähert sich der 30°C Marke, da sind acht Kilometer die Entfernung, die ich mit ihm "Radeln" kann, denn gerade am Anfang verausgabt er sich doch immer noch sehr.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Was war in den letzten Monaten? Es liegt in der Natur der Zeit, dass die mitteilungswerten Ereignisse mit zunehmendem Alter des Hundes abnehmen. So etwas wie Routine stellt sich ein. Habe ich eigentlich schon erzählt, dass Djákni jeden Morgen die Zeitung bringt? Er kann kaum erwarten, mit zur Tür zu gehen, die Zeitung in Empfang zu nehmen und stolz zu Papa oder Mama zu tragen. Er gibt sie in die Hand und freut sich über das folgende Lob (und das Leckerli). An Feiertagen kommt keine Zeitung, da packe ich schon mal eine alte raus, um ihm die Freude zu lassen.
Meiner Frau war neulich der Kugelschreiber runter gefallen und ich sage aus Spass: "Djákni, bringst du den Schreiber?!" Er hatte das Runterfallen mitbekommen und es passiert. Er steht auf, nimmt den Stift vorsichtig auf und bringt ihn mir. Toll, gut gemacht. Ein paar Tage später schafft er es sogar, ein einzelnes DIN A 4 Blatt aufzuheben. Besondere Ansprüche an den Zustand des Papiers darf man da allerdings nicht mehr stellen. Es lag flach auf dem Boden und er arbeitet mit Pfoten und Schnauze.

Sonntag, 13. März 2016

Djákni war zu Besuch bei seiner Mama!  

Ja, wir haben einen Abstecher nach Sinn bei Herborn gemacht, um Katlas Babys zu bewundern. Es ist immer wieder schön, so eine handvoll wuseliges Wesen zu erleben. Djákni jedoch nimmt fast keine Notiz von den Welpen, die Hundemädchen Stjarna = seine Schwester und Vanadis sind viel interessanter. Vor allem mit Letzterer tollt er übermütig im Garten herum.
Die Begrüßung der Hunde war erstaunlich. Djákni betritt vorsichtig das Territorium der fünf Hundedamen, wird kurz beschnuppert und ist akzeptiert. Nicht das leiseste Brummen oder Knurren ist zu hören. Aber er passt ganz genau auf, dass wir ihn nicht vergessen. Als ich ans Tor gehe, um etwas aus dem Wohnmobil zu holen ist er sofort hinter mir. Er weiß genau, zu wem er gehört und es befriedigt sehr, das Vertrauen seines Hundes zu spüren.  

 

Erste Märztage 2016 

Ja ist denn wirklich schon wieder ein Monat um? Was wirklich Neues kann ich nicht verkünden. Außer: Die Wege im Wald sind noch schlechter geworden, Baumfällungen und damit einhergehende Wegesperrungen machen uns unsere Streifzüge schwer. Es kommt schon mal vor, dass wir schon zwei, drei Kilometer einem Weg folgen und dann plötzlich vor einem rot-weißen Flatterband stehen,  wenige Meter dahinter zwingen kreuz und quer über den Weg gefällte Bäume uns zum Umkehren. Der aktuelle Wetterbericht lässt noch nichts vom ersehnten Frühling hören, er verkündet im Gegenteil Schneefall und Straßenglätte. Unser Wohnmobil darf zwar wieder bewegt werden (Saison-Nummernschild), steht aber noch "eingemottet" auf der Seite. Ohne Winterbereifung kann man sich damit leider noch nicht auf die Straße trauen. Aber der Winter wurde schon in jedem vergangenen Jahr besiegt, es ist nur noch eine Frage der Zeit.
Ob sich allerdings auch Djákni so wie ich nach mehr Wärme sehnt? Da bin ich angesichts seines fast undurchdringlichen Winter-Pelzes gar nicht so sicher. Außer den üblichen tausenffünfhundert Haaren, die er ganz normal jeden Tag verliert, gibt er noch keines von seinem Winterkleid her. Bleibt uns also die unangenehme Nasskälte noch erhalten?  

 

6.Feb. 2016 

Dieser sogenannte Winter hier bei uns in der Nordpfalz nervt nur noch. Statt in 15-20 cm Schnee zu stapfen, quaatschen wir Slalom über aufgeweichte Wege um knöcheltiefe Pfützen. Was heißt wir, ich laufe Slalom, Djákni nimmt den direkten Weg. Zusätzlich nutzt er jede sich bietende Gelegenheit, um sich in Waldbächen und Quellen zu erfrischen, die sich langsam wieder mit Wasser füllen. Der trockene letzte Sommer hatte viele davon versiegen lassen. Entsteigt er dann endlich diesen Wasserläufen, steht ein kleiner Schwarzpfoten-Islandhunf vor mir und schaut mich träuäugig an. Alles klar, zuhause ist wieder eine Dusche fällig, anders werden wir dem feinkörnigen, getrockneten Schlick nicht Herr. Djákni ist das gewöhnt, er hat nur Probleme mit dem Duschstrahl auf seinen Pfoten, er ist ja so kitzlig. Chemie, also Shampoo oder ähnliches hatte er noch nie an sich, nur klares Wasser. 

 

Neujahr

Wie haben eure Hunde den Jahreswechsel überstanden? Als ich am Silvester-Nachmittag mit ihm draußen war, hat er einzelne Böller einfach ignoriert. Sie waren allerdings auch nicht in unserer direkten Umgebung gezündet worden. Später in der Wohnung schimpfte er jedesmal gehörig, wenn es draußen knallte. Zum Jahreswechsel habe ich die im letzten Jahr bewährte Taktik angewandt. Ich habe Djákni mit seinem Rauf-Spielzeug beschäftigt und ihn so von dem Silvester-Treiben abgelenkt. Da wir selbst mit Rücksicht auf unseren Hund auf jegliches Feuerwerk verzichtet haben, war das auch kein Problem. Er hat so alles gut überstanden.
Noch nicht überwunden hat er den unten beschriebenen Elektroschock. Er geht nur zögernd mit großem Abstand an dem bösen Zaun vorbei. 

Schock

Es ist Freitag, der 4. Dezember 2015 und ich bin mit Djákni draußen, damit er seine Morgentoilette erledigen kann. Sicher habe ich es schon erwähnt, aber ich wiederhole es gerne nochmal. Wenn wir aus der Einfahrt zu unserem Grundstück über die Straße gehen, sind wir bereits in der bewirtschafteten Natur. Nach etwa 300 Metern verschwinden die Zäune und der Wald beginnt. Wir sind genau (ich habe extra nachgezählt) 180 Schritte von Zuhause weg, als Djákni auf der rechten Seite des Weges im Seitenstreifen sein Großes Geschäft erledigt.
Während ich mit dem Eintüten desselben beschäftigt bin, kümmert er sich um einen Wildschweinwechsel vielleicht fünf Meter von mir weg. Das tut er an dieser Stelle jeden Morgen, diese Spur ist sogar für mich geruchsblinden Zweibeiner eindeutig. Sie führt aus einem Gebüsch rechts über den Weg auf eine mit doppeltem Stacheldraht gesicherte Weide. Wie jeden Morgen folgt er der Spur ein paar Meter und kehrt dann wieder um. Er weiß genau, dass ich nicht möchte, dass er auf die Weide geht, auf der infolge des milden Herbstes noch die Kühe grasen. Ich bin mit dem Verknoten der schwarzen Tüte beschäftigt, als mich Djáknis markerschütterndes Gejaule aus der morgendlichen Routine reist. Es fährt mir unvermittelt in den Magen und ich schnelle herum, denn das was geschah, geschah hinter meinem Rücken. Der Weide-Stacheldraht-Zaun ist zusätzlich elektrisch gesichert und Djákni bekommt eine gehörige Tracht dieser sicher nicht für ihn bestimmten elektrischen Prügel. Ich weiß nicht, ob er von den Schlägen gelähmt ist oder ob der Stacheldraht sich irgendwie in seinem Halsband oder Fell verhakt hat, jedenfalls dauert sein Geschrei mehrere Sekunden lang, bis er endlich freikommt. Er rennt über den Weg ins Gebüsch, wirft mir einen anklagenden Blick, den ich bis heute nicht aus meinem Kopf kriege, zu und verschwindet im dichten Schwarzdorngestrüpp des Hanges. Ich warte. Eine Minute. Fünf Minuten. Soll ich nach Hause gehen? Nein, es gilt die Regel: Läuft dir dein Hund weg, bleibe dort wo er ausgebüxt ist, er wird nach dorthin zurück kommen.
Ich rufe, ich bettle: komm, komm zu mir. Alles Mögliche geht mir durch den Kopf. Bis zur nächsten vielbefahrenen Straße ist es bestimmt einen halben Kilometer weit, aber mit jeder Minute, die er kopflos unterwegs ist, wächst natürlich die Aussicht, dass er diese tangieren oder gar überqueren wird.
Inzwischen sind gut zehn Minuten vergangen und ich bin ziemlich aufgelöst. Ist er möglicherweise doch nach Hause gelaufen? Soll ich warten oder nachschauen gehen?
Plötzlich zerteilt sich zwanzig Meter vor mir das Gebüsch und ein total verschüchterter Djákni tritt zögern heraus. Er zittert. Ich nehme ihn in den Arm, versuche zu trösten. Ich merke, er traut mir nicht so recht. Dann wird mir klar, ich habe ihm immer untersagt, auf diese Weide zu gehen und nun glaubt er,ich hätte ihn für seinen Ungehorsam bestraft. Das mag für viele nicht nachvollziehbar sein, aber ich habe seinen Blick gesehen, nein gespürt, bevor er verschwunden war.
Er folgt mir so perfekt „bei Fuß“ nach Hause wie noch nie, weicht keinenZentimeter von meiner Seite.  

 

Bis heute, dem 21. Dezember ist Djákni nicht mehr derselbe unbekümmerte Hund von davor. Er ist misstrauischer, besonders mir gegenüber und das tut mir sehr weh. Ich weiß, dass er nie mehr ganz derselbe sein wird, da er in mir irgendwie die Ursache für seine „Bestrafung“ sieht.

Nur unwillig geht er heute diesen Weg, anfangs nur mit Leine, heute auch wieder frei. Eines aber ist geblieben, erst wenn wir an der hinterhältigen Wiese vorbei sind, legt er seine Rute selbstbewusst auf den Rücken und wird zum Lauser. Er blickt mich an, als wolle er mir bedeuten, wie mutig er gerade gewesen ist. He, ich habe es geschafft, ich bin ganz alleine an dem bösen Draht vorbei gelaufen, schau her, so mutig bin ich!

Am späten Abend des Tages, an dem das Missgeschick passiert war, gehe ich mit ihm unsere Nachtstrecke; entlang der Straße, ohne Bezug zur morgendlichen Desaster-Route. Er erleichtert sich und ich ziehe den berühmten schwarzen Beutel aus der Tasche. Allein das Rascheln des Plastikmaterials lässt meinen Hund erstarren, die Rute klemmt sich zwischen die Hinterbeine. Einer Eingebung folgend lasse ich ihn an der leeren Tüte schnuppern: „Alles gut, es passiert nix.“ Er fasst Vertrauen und ich kapiere: Während ich am Morgen mit ähnlicher Tüte raschelnd sein Häufchen aufgeklaubt habe, passierte das Malheur und daran wurde er jetzt - mit dem Rascheln - wieder erinnert.

Wer nichts wagt, lernt seinen Hund nicht kennen!

Auf unserem Rundgang durch Wald und Flur kommen wir durch eine Ansiedlung, wir nennen das hier Hof, das sind sieben oder acht Wohngebäude nebst Scheunen und Stallungen. Meist habe ich Djákni hier an der Leine, weil immer wieder frei laufende Hunde und vor allem Katzen unseren Weg kreuzen. Auch Pferde gibt es hier und ihnen gegenüber ist sein Verhalten irgendwie süß. Er mag sie. Er mag sie besonders, wenn keine Reiter darauf sitzen. Die hat er lange immer wieder verbellt, bis ihn eine Reiterin angesprochen und beruhigt hat. Seither akzeptiert er auch Menschen auf Pferden.
Zurück zu den Pferden. Djákni war ein paar Monate alt, als auf der Koppel bei dem Hofe drei Fohlen herumgestakst sind. Damals müssen sie sich mit ihm oder er sich mit ihnen, wer weiß das schon, angefreundet haben. Wenn wir heute an der Koppel vorbei kommen, passiert es immer wieder, dass eine Gruppe Pferde auf uns zu gallopieren, anfangs hatte ich, ich gebe es zu, ein bisschen Angst bekommen. Sie bremsen kurz vor dem elektrisch gesicherten Draht und senken ihren Kopf zu Djákni herunter. Der antwortet mit freudigem, hellem Bellen und nähert sich bis auf wenige Dezimeter den Nüstern der Pferde. Ich weiß es nicht, aber ich glaube, dass drei davon die Fohlen von damals sein können, dann ergäbe dieses Verhalten auch einen Sinn. Ach ja, Djákni ist natürlich nicht angeleint, wenn wir dort unterwegs sind, er würde aber die Koppel nicht betreten, das hat er erstaunlich gut verinnerlicht. Diese Begrüßungsgesten dauern jeweils nur Sekunden und es ist mir noch nicht gelungen, den Höhepunkt mit der Kamera einzufangen.

Da Djákni heute (am 30. 11.) besonders aufmerksam ist und perfekt "bei Fuß" geht, darf er ohne Leine gehen. Vielleicht 30 Meter vor uns sitzt eine Katze am Straßenrand. Sie ist uns schon oft hier begegnet, Männlein oder Weiblein weiß ich nicht, aber sie ist sehr selbstbewußt. Wenn Djákni an der Leine geht, bewegt sie sich nur provozierend langsam weg, um einen geschützteren Platz auszusuchen. Heute, wie erwähnt ist mein Racker frei. Die Katze, hellbraun, leicht ins beige gehend gefärbt, beobachtet uns aufmerksam und bleibt ruhig sitzen. Ich bin sicher, sie weiß genau, dass der Hund frei ist. Jetzt ist auch Djákni auf sie Aufmerksam geworden, er geht bei Fuß! Alle drei Meter raune ich ihm zu:"Bleib bei Fuß, bleib!" und er bleibt! Und auch die Katze bleibt! In einem Abstand von höchstens drei Metern gehen wir an dem stolzen Tier vorbei. hätte sie eine Fluchtbewegung gemacht, ich weiß nicht, ob ich Djákni hätte zurückhalten können.
Wir sind vorbei, sind außerhalb der Reizzone und mein Hund blickt mich mit leuchtenden Augen an: "Sag, habe ich das nicht gut gemacht!?"
Das hat er sogar sehr gut gemacht und ich bin stolz auf ihn, wieder einmal und das sage ich ihm auch deutlich, und ich bin sicher, er versteht mich ganz genau. 

 

Übermut kommt vor dem Fall. (vom 22.11.2015)
Djákni ist derzeit super-fit und wild auf jede Art der Bewegung. Leider ist er dabei manchmal auch übermotiviert. So auch gestern. Ich bücke mich, um ein Wurfgeschoß, einen Fichtenzapfen aufzuheben. Obwohl er schon ein Stück weiter ist, bekommt er das sofort mit und rast auf mich zu, außer sich vor Freude:
„Toll, Herrchen stellt mir eine Aufgabe, Hechel, Hechel!“ In seinem Überschwang läuft er mir genau vor die Füße.
Ich stolpere über ihn, trete ihm dabei auf den Fuß, er schreit auf wie am Spieß, ich falle nochmal über ihn, kann mich aber dann - ich weiß nicht wie - im letzten Moment doch noch auf den Beinen halten.
Beide sind wir sehr erschrocken, passiert ist uns nichts. Ich bin mir aber sicher, wenn ich gestürzt wäre, wäre das zumindest für mich übel ausgegangen. Angesäuert schimpfe ich mit Djákni und werfe den Zapfen vor uns auf den Boden. Er versteht, dass er den jetzt nicht holen soll.
Wir gehen weiter und ich halte ihm eine Predigt, was da hätte passieren können. Irgendwann hebe ich wieder einen Zapfen auf. „Das ist meiner“, sage ich und werfe ihn den Weg entlang. Djákni bleibt neben mir. Am Landeplatz nehme ich den Zapfen und werfe ihn kommentarlos weiter. Djákni bleibt. So geht das drei, viermal. Dann verschwindet der blöde Zapfen irgendwo im Laub. Ich suche und Djákni schaut mir teilnahmslos zu. Was er dabei denkt ist seiner Nasenspitze anzusehen. Es sind vermutlich so Vokabeln wie „Anfänger, Dilettant, Mensch“ oder ähnliche. Dann hält er es nicht mehr aus, geht geradewegs zu dem Zapfen hin, dessen Witterung er wohl schon die ganze Zeit in der Nase hatte und hält diese darüber. Er nimmt ihn nicht auf, nein, er hält nur die Nase drüber und zeigt ihn mir so.
Jetzt kann ich ihm nicht mehr böse sein. Schlagartig sind wir beide wieder miteinander versöhnt und er hat sich für so ein tollesVerhalten ein Leckerli verdient.
 

 

Nov. 2015 

In der Gemarkung unserer Stadt gibt es einen aufgelassenen Steinbruch. Das Gelände gehört nicht zu unserer Route. Für meine Enkeltochter ist es allerdings ein spannendes Gelände, so waren wir neulich dort und haben uns umgesehen. Ohne Zweifel ist das für unseren Islandhund ein besonderes Erlebnis. Mir traumwandlerischer Sicherheit bewegt er sich über Felsen und klettert Steilhänge hoch. Kommen da Heimatgefühle auf? Auf Island mussten seine Vorfahren ja sicher auch oft solche Landschaften auf der Suche nach ausgebüchsten Schafen durchsuchen. Leider muss ich ihn bremsen, als er einem Reh hinterher will. Das akzeptiert er ohne wenn und aber sofort. Nach wie vor versteht er nicht, dass er Menschen, die auf ihn zu kommen nicht begrüßen darf. Immerhin bleibt er, wenn er sie zuerst sieht stehen und kommt nach Aufforderung zu mir zurück.   

 

Herbst 2015 

Ja, liebe Freundinnen und Freude von Djákni, ihr habt Recht, wir haben lange nichts von uns hören lassen. Eines vorweg, es geht uns gut.

Wie ihr meiner letzten Mitteilung entnehmen konntet, war meine Mutter gestützt. Eine Blutung im Gehirn hat ihr und auch unser Leben jäh verändert. Körperlich geht es ihr wieder gut, aber in ihrem Kopf fehlen die letzten 65-70 Jahre! Da sie rund um die Uhr Aufmerksamkeit und Pflege erfahren muss, lebt sie seit ein paar Monaten in einem Heim. Es ist seltsam, sie erkennt weder mich noch meine Frau, aber wenn Djákni sie besuchen kommt, den ruft sie beim Namen und das schon bei seinem ersten Besuch.

Ja, er darf sie im Pflegeheim besuchen und ist für alle Bewohner und auch das Personal ein kleiner Sonnenschein. Alle freuen sich über ihn.

Ach ja, der Sonnenschein,davon hatten wir hier in der Pfalz in diesem Sommer mehr als genug und unser Isländer musste ganz schön leiden. Damit er dennoch genug Auslauf bekam, durchstreiften wir oft schon morgens um halb sieben Uhr den Wald. Ab halb neun, neun Uhr wurde es schon zu heiß dazu.

Es reicht. Wir haben den 19.Juli und die Hitze satt. Ich suche im Internet nach einer kühleren Umgebung und werde fündig. Wir starten mit dem Womi Richtung Westen, Ziel: Der Atlantik. Wieder le Treport? Tatsächlich habe ich das Navi dahingehend programmiert, ändere aber später auf le Crotoy, das liegt auf der nördlichen Seite der Somme-Mündung. Eine gute Entscheidung! Uns erwartet ein spartanisch ausgestatteter Stellplatz für mehr als 100 Mobile, aber viel Auslauf-Möglichkeiten in den Dünen für Djákni und ansprechende Restaurants in fußläufiger Entfernung für uns. Bei Temperaturen um 25°C leben wir alle so richtig auf. Djákni badet im Salzwasser des Atlantiks (an der Laufleine) und spült dann im Süßwasser der Somme das Salz wieder ab. Wir haben eine schöne, erholsame Woche dort, dann müssen wir wieder zurück.

Es ist immer noch heiß. Unsere Tochter ist mit ihrer Familie in Damp an der Ostsee. Da waren wir mehrmals, als unsere Kinder klein waren. Was spricht dagegen, alte Erinnerungen aufzufrischen?

Am 9. August geht es los. Da uns einige Staus auf der A7 massiv ausbremsen, fahren wir einen Stellplatz in Bad Salzdetfurth an. Eine gute Wahl, ich kann DJ laufen lassen und wir finden ein gutes Restaurant am Platz. Da es auch hier sehr heiß ist, ist Djáknis Bewegungsdrang nicht ganz so ausgeprägt wie sonst.

An der Ostsee lebt er wieder auf. Auch hier ist es gut warm, aber man freut sich schon über 5°C (5 K) weniger. Dazu erfrischt ihn ein Bad in der Ostsee.
Wir üben Rad fahren. Ein Rudel Schlittenhunde können kaum mehr Lärm produzieren wie Djákni beim anschirren. Die ersten 500 Meter laufen meine Bremsen heiß, danach wird er etwas ruhiger und vor Allem besser lenkbar. Natürlich erregen wir jede Menge Aufmerksamkeit, denn Laufen und Bellen ist beim Islandhund eins, das eine geht nicht ohne das andere.

Freitag wollen wir wieder zurück sein, dazu nehmen wir uns zwei Tage Zeit. Eine Nacht verbringen wir wieder in Bad Salzdetfurth, dann hatten wir Limburg an der Lahn als Ziel gewählt, auf dem angestrebten Stellplatz dort wäre wohl noch eine Nische für uns gewesen, aber wer geht freiwillig in eine Sardinenbüchse. Ein paar Kilometer weiter am Herthasee ist ein schöner geräumiger Stellplatz der uns alles bietet: Der erwähnte kleine See für die Optik, ein schöner Wald für unseren Vierbeiner und zwei Restaurant für unser Wohlfühlen.
Djákni genießt es, wieder zwischen Bäumen rasen zu können. Trotz der Hitze, die uns immer noch plagt, powert er wie verrückt die Waldwege hin und her.
Am nächsten Nachmittag darf er dann endlich auch wieder sein Zuhause verbellen, wieder bei ca. 30°C.

 

Lahn-Dill-Schau 2015 

Es gibt viel Positives zu berichten. Die Lahn-Dill-Schau war ein toller Erfolg für Djákni. Einmal bekam er ein "Vorzüglich 2", am nächsten Tag "vorzüglich 1". Außerdem erhielten wir gerade die Mitteilung, dass Djákni ab sofort ohne Einschränkung zur Zucht zugelassen ist, Mädels freut - und meldet euch!!! 

 

Eigentlich müsste ich viel ausführlicher und freudiger über dieses Ereignis berichten, aber ein familiärer Unfall nimmt derzeit viel Kraft und Zeit in Anspruch.Meine 92 jährige Mutter ist schwer gestürzt und kämpft derzeit noch um ihre Unabhängigkeit, die sie bis Dato inne hatte.

 

Was gibt es Neues? (vom 11. März 2015)

Djáknis Mama Katla hat wieder Welpen!!! Herzlichen Glückwunsch von uns!

 

Djákni ist inzwischen sehr zuverlässig und signalisiert mir frühzeitig, ob vor ihm etwas los ist. Wenn wir im Wald unterwegs sind, läuft er in der Regel mindestens zwanzig Meter vor mir her, wenn er nicht gerade die Landschaft rechts oder links erkundet. Kommt uns jemand entgegen, bleibt er stehen und kommt zu mir, wenn ich ihn dazu auffordere. Wenn er in der Situation unsicher ist, bleibt er stehen und wartet, bis ich bei ihm bin. Meist ist dann ein Artgenosse dabei, dem er nicht den Rücken zu drehen möchte – irgendwie auch verständlich.
Es ist ein Samstag (7.3.), unser Weg beschreibt eine 270° Schleife als Djákni plötzlich wie angewurzelt stehen bleibt und dann nicht auf meine Aufforderung reagiert. Seine Körpersprache ist ein einziges Fragezeichen, seltsam. Dann höre ich ein gefauchtes „hau ab!“. Ich beeile mich, um zu meinem Hund aufzuschließen, darf aber nicht den Fehler machen, zu rennen, denn das könnte der wiederum als Anregung auffassen, seinerseits auf die Ursache seines Zögerns zu zulaufen. Was ich jetzt zu sehen bekomme, verschlägt mir die Sprache, ich schwanke zwischen Belustigung und Empörung. Mindestens 30 Meter von uns entfernt steht ein 1,70 m großer Mann im blauen Trainingsanzug. Er steht da, breitbeinig, leicht in den Knien eingeknickt. Mit dem rechten Unterarm stabilisiert er einen etwa zweieinhalb Meter langen armdicken, am Ende gegabelten Ast, mit seiner Linken bewegt er ihn drohend vor Djákni hin und her. Äh, zur Erinnerung, wir sind immer noch 30 Meter weg! Als der mutige Jogger mich sieht, wirft er seine Waffe schnell zur Seite und gauzt: „Binden Sie den Hund an!“, was zu diesem Zeitpunkt unnötig war, da ich Djákni sofort an die Leine genommen hatte, als ich zu ihm aufgeschlossen war.
Was sollte ich zu diesem Menschen jetzt sagen? Ich weiß nicht, was dieser Mann mit Hunden erlebt hat. Eines ist für mich klar, hat er einen bösen Hund vor sich, wird ihm seine „Waffe“ kaum etwas nützen, setzt er sie gegen einen eigentlich braven Hund ein, wird der es ihm nie vergessen. Sollte ich ihn einmal wieder treffen, will ich ihm das vielleicht sagen, aber ich fürchte, das neue Treffen wird genau so gespannt ablaufen wie dieses.  

Sonntag

Was ist nur mit den Rehen los? Statt zu flüchten, rennen Zwei in spitzem Winkel auf Djákni zu. Der hätte wirklich nur den Hals ausstrecken müssen, um dem Zweiten in die Wade zu zwicken. Er läuft ein Stück mit, bis ich ihn abrufe, aber offenbar haben die Rehe meinen Ruf auf sich bezogen, denn als Djákni abdreht, um zu mir zu kommen, schlagen die auch einen Haken und laufen meinem Hund noch einmal aufreizend vor die Nase. Klar nimmt der wieder das Wettrennen auf, gehorcht aber sofort, als ich es ihm untersage - ich warte aber 2-3 Sekunden, ein bisschen Spaß muss sein, wenn die sich so dusselig verhalten. Oder kennen sie uns? Die Begegnung war ungefähr da, wo uns vor ein paar Wochen die vier Rehe über den Weg gelaufen waren (siehe Skript).

Mittwoch, 11. März 2015

Heute hat Djákni etwas Neues gelernt. Er hat gelernt, dass Wasser fließen kann und dass sich ein Gegenstand darin fort bewegt.

Zur Verdeutlichung: Wenn ich einen Fichtenzapfen über den Bach werfe, nimmt Djákni ihn auf, geht ins Wasser, lässt ihn los um zu trinken und weg ist er. Das war bis heute ein ungeklärtes Phänomen für ihn.

Heute passiert folgendes: Wieder lässt er den Zapfen los, aber er lässt ihn nicht aus den Augen. Der Zapfen schwimmt weg, einen halben Meter und Djákni holt ihn wieder, geht an den Ausgangspunkt zurück und wiederholt das Prozedere und das sogar mehrmals.

Ein neuer Zapfen, ein neuer Versuch. Er lässt ihn bewusst treiben, setzt ihn immer wieder neu ein und er lässt sich auch nicht irritieren, als das Ding nicht wieder auftauchen will, weil es wohl von einem Wirbel unten gehalten wird. Er taucht seinen Kopf ins kühle Nass und hat zu meinem Erstaunen den Zapfen im Maul! Dieses Wissen hat er sich ganz alleine erarbeitet, denn der Bach fließt für mich fast unerreichbar am Grunde einer Art Schlucht.

Djákni ist 18 Monatealt = 1 ½ Jahre

In den letzten Wochen hat sich Djáknis Verhalten gegenüber Artgenossen verändert. Er ist nicht mehr der demütige Junghund, der bestrebt ist, Auseinandersetzungen zu vermeiden und sich dazu lieber zurücknimmt. Bisher waren Begegnungen mit anderen Rüden für ihn nur ein Spiel, jetzt merke ich, dass er durchaus versucht, seine Interessen durchzusetzen. Wir begegnen einer Frau, die mit einer jungen Hundedame unterwegs ist, ein herrenloser Rüde, ein Jagdhund (ich weiß wem er gehört, hat was mit Jagd zu tun) hat sich ihnen angeschlossen. Der (Hund) ist ein Stück größer als DJ und knurrt diesen gnadenlos weg, als er sein Interesse an dem (Hunde)Mädchen bekundet. Djákni geht der Konfrontation aus dem Weg, zieht sich geschickt zurück, um sich gleich darauf wieder in Szene zu setzen. So geht das mehrmals hin und her. Der Große wirft knurrend seinen Körper zwischen die beiden anderen, die kleine Dame genießt eindeutig das Werben der Rüden. Wie in dem Sprichwort: Steter Tropfen höhlt den Stein, so auch hier. Djákni spielt sich zäh immer wieder in den Vordergrund, ganz subtil, ganz ohne aggressive Geräusche und gewinnt am Ende. Er tollt mit dem Mädchen umher, den Großen lassen sie links liegen. Frustriert trollt der sich schließlich und geht seinen Weg.
Ganz ähnlich verhält sich Djákni zwei Tage später bei einer Begegnung mit zwei großen Hunden im Wald. Auch hier geht er überhaupt nicht auf deren Geknurre ein, er zieht sich zurück, kommt wieder, zieht sich zurück, kommt wieder, so oft, bis sie ihn akzeptieren. Dabei bleibt er stolz, es ist erkennbar keine Demutsgeste, wie ich sie früher bei ihm gesehen habe.

 

Glückwusch auch Djáknis Schwestern und Brüder, auch wenn 18 Monate aus Menschensicht nicht gefeiert werden. Hund ist in diesem Alter schon wer! 

Licht macht auch Schatten

Gerade habe ich ihn hoch gelobt, schon am nächsten Tag war es vorbei mit der Herrlichkeit. Er entfernt sich zu weit, viel zu weit von mir und reagiert nur sehr zögerlich auf meine Hilfen. Dieses Verhalten behält er drei Tage lang bei, dann wird er langsam wieder zu dem guten Vorzeige-Hund. Gestern und heute ist es wieder eine Freude, ihn dabei zu haben. Wir üben jetzt "bei Fuß" gehen ohne Leine! Wenn wir los gehen, funktioniert das gar nicht, er ist viel zu ungeduldig, will Laufen dürfen! Ist der erste Bewegungsdrang gestillt, ist er für solche Maßnahmen zugänglich. Es klappt schon sehr gut, nur doof, dass wir das fast nur ohne menschliche Begegnung üben können, weil einfach niemand auf der Straße ist.
Djákni testet mich! Hat er den Zapfen gefunden und zurück gebracht, sein Leckerli kassiert, dann schleppt er seine "Beute" mit, um ihn irgendwo auf dem Weg fallen zu lassen. Dann beobachtet er mich aufmerksam. Reagiere ich nicht und gehe daran vorbei, macht er kehrt,  nimmt ihn demonstrativ auf und trägt ihn an mir vorbei, um das Spiel einen Augenblick später zu wiederholen. Hebe ich den Zapfen auf, wartet er ungeduldig darauf, was ich jetzt wohl von ihm fordere.
Anfangs habe ich mit Stöckchen gespielt, aber Djákni hat immer mal wieder beim Apportieren die Stöcke an ihrem Ende ins Maul genommen und ist damit den Berg runter gerannt. Wenn der Stock den Boden berührt hätte, dann hätte er ihn sich in den Hals rammen können. Fichtenzapfen bergen diese Gefahr nicht, sind aber nicht überall zu finden. Eigenes Spielzeug verwende ich nicht, da es vorkommt, dass das Wurfgeschoß selbst für Djákni nicht mehr zu finden ist und viele seiner Spielplätze für Zweibeiner kaum zugänglich sind. 

Sechs Rehe ignoriert (24.01.15)

Es schneit, dicke Flocken landen trotz Mützenschirm und Kaputze immer wieder auf meinen Brillengläsern. Djákni und ich treten die ersten Spuren auf und in die unberührte Schneeschicht. Ich bin ziemlich sicher, dass 1000 Meter um uns herum derzeit kein Mensch unterwegs ist. Mein vierbeiniger Freund ist heute sehr aufmerksam und achtet sehr darauf, mich nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn er vor mir ist, 20 oder 30 Meter, dann wartet er vor Biegungen und uneinsehbaren Kuppen auf mich ohne dass ich es ihm andeuten muss. Meist bedeutet das, dass er Morgen wieder eher über die Stränge schlagen wird, das tut er oft nach einem guten Tag, aber das soll seiner heutigen Leistung keinen Abbruch tun. Gerade ist er wieder etwa 30 m vor mir, als links von uns aus dem Tal kommend eins, zwei, drei, vier Rehe über den Weg wechseln und den Berg rechts hoch laufen, schnell, aber nicht im Flucht-Modus. Djákni hatte mich durch seine Körper-Spannung bereits auf etwas ausergewöhnliches aufmerksam gemacht und ich fürchte seine Reaktion: Mal sehen, wer von uns schneller ist! Aber ich werde angenehm enttäuscht. Dj reagiert auf mein ruhiges "bleib, bleib" und schaut den Tieren nur interessiert nach; zur Erinnerung, ich war mindestens noch zwanzig Meter weg! Ich hätte ihn knutschen können, aber auf solche menschliche Regungen legt er nicht allzuviel Wert. Das Leckerli war ihm bestimmt lieber und nach einem ausgiebigen Bad in einem kleinen Quellbach ging es dann weiter.
Wir sind auf dem Rückweg, immer noch im Wald, aber nur vielleicht hundert Meter von einem Pferdehof entfernt, als wieder zwei Rehe vor uns wechseln. Djákni hätte mindestens das Zweite mit einem beherzten Satz erreichen können. Das Ganze war so schnell passiert, dass ich gar keine Chance hatte, auf ihn einzuwirken. Er hat ganz allein entschieden, die Tiere in Ruhe zu lassen. Stolz ließ er dann meine Lobeshymnen über sich ergehen, inclusive Leckerli.

Vielleicht liest ja auch der eine oder andere Jäger oder sonst mit Wild vertraute meinen Blog. Oft lese ich, dass Hunde im Wald das Wild stören und und und. Das mag ja auch zutreffen, aber ich bin mit meinen Hunden fast täglich im Wald unterwegs und habe die Erfahrung gemacht, dass das Wild uns vermutlich besser kennt als ich das Wild. Unterwegs mit meiner Jack-Russel-Hündin Peanut war mir schon aufgefallen, dass kaum fünf Meter vom Weg entfernt Rehe standen, die uns beobachteten. Peanut machte mich immer darauf aufmerksam, indem sie stehen blieb und sich dem Standort zuwandte. Die Wildtiere flüchteten nicht vor uns weil sie uns, davon bin ich überzeugt, ganz einfach kannten. Ähnliches trägt sich jetzt mit Djákni zu. Beide Reh-Partien sind nicht geflüchtet, sondern nur zügig im Wald verschwunden, sie haben uns offensichtlich nicht als Gefahr wahrgenommen.  

Januar 2015

Vieles ist passiert, seit dem letzten Eintrag. Keine Angst, nur Gutes. Weihnachten hatten wir einen Christbaum im Zimmer. Djákni interessierte vor allem das Wasser in dem Ständer. Immer wieder schlüpfte er unter die Zweige um davon zu trinken. War wohl mal ein anderer Geschmack? Heiligabend war die ganze Familie hier und Djákni wollte überall beim Auspacken der Geschenke helfen. Als er dann selbst eines bekam, zerrte er mehr oder weniger ungeduldig das Papier ab und zum Vorschein kam ein Ball, einer mit Loch, aus dem vorher eingefülltes (natülich, wie sonst) Futter heraus kullert. Anfangs spielte er heftig mit dem Teil herum, doch schnell wurde sein Verhalten rationeller. Er schubste den Ball nur ganz leicht an, zwei oder drei Umdrehungen, passierte nichts, also kam nichts raus, dann bewegte er ihn mit der Pfote vorsichtig weiter bis der Ball ein Leckerli ausspuckte. So lange es in dem Ding klöterte war was drin, klöterte es nicht mehr, wurde er schnell uninteressant. Manchmal brachte er ihn dann auch zu mir mit diesem aussagekräftigen Blick: Vollmachen bitte!

Dann kam Sylvester. Wir waren gespannt, wie Djákni auf das Feuerwerk reagieren wird. Schon am Nachmittag knallten einzelne Böller. Jedesmal stimmte er ein zorniges Gebell an und war kaum zu beruhigen. Die Nacht selbst war dann jedoch überraschend ruhig, so kurz nach 23:00 Uhr war ich dann nochmal mit ihm draußen, damit er seine 'Gute-Nacht-Geschäfte' erledigen konnte. Als dann um Mitternacht die Knallerei losging, spielte ich "Fang deine Rolle" mit ihm (die 'Rolle' ist ein Rauf-Spielzeug), eine gefühlte Stunde lang (es waren 15-20 Minuten). Er war voll konzentriert und  ignorierte den Radau draußen völlig. Selbst als Maria und ich raus gingen um den Nachbarn ein Guter Neues Jahr zu wünschen, war unser Djákni mucksmäuschenstill.  

Noch eine gute Nachricht!

Heute haben wir den Bescheid bekommen, Djákni hat eine ganz tolle Hüfte. A1 ist auf dem Bogen angekreuzt, ist das nicht super. Auch an den Augen war überhaupt nichts auszusetzen. Wir sind stolz auf unseren Lauser! 

Das muss ich euch ganz schnell erzählen!!! (3.12.2014) 

"Ich bin total aufgeregt, ich habe meinen ersten Schnee erlebt!!! Da laufe ich den Hang runter, hinter unserem Haus , wie jeden Morgen, nur heute konnte ich nicht bremsen, ich bin einfach weiter gerutscht. Und weil mir das so viel Spaß gemacht hat, habe ich es immer wieder ausprobiert. Das war ganz toll. Später waren wir dann im Wald. Das war der Wahnsinn! Alles war anders wie sonst. Ich war wahnsinnig aufgeregt. Einmal bin ich ganz weit weg gelaufen, weil die neuen Gerüche mich so verückt gemacht haben, da war Herrchen ganz schön sauer. Danach hab ich aufgepasst, dass ich ihn immer sehen konnte, dann war alles gut. Schnee ist ein tolles, geiles Zeug für mich, der könnte von mir aus immer da sein.
Das musste ich euch ganz schnell erzählen, Tschüß, bis bald, euer Djákni!" 

Das ist Djákni

Djákni nutzt den Wald auf unseren täglichen Streifzügen als Abenteuer-Spielplatz und mir stockt so ab und zu der Atem beim zusehen. So stürzt er sich einen Abhang hinab, nutzt das derzeit üppig liegende Laub als Rutschhilfe und bremst dann schon mal heftig mit Hilfe eines Baumes.
Auf unserer Tour liegt eine Steilwand, nicht hoch, nur so um die 2,5 – 3 Meter. Schon als Welpe empfand er die Bewältigung dieser Wand als Herausforderung und suchte immer nach neuen Wegen, um hinauf zu gelangen. Heute sind das zwei Sätze für ihn und er ist oben. Aber!
Da gibt es eine Stelle, an der er gescheitert war. Erst geht es einen Meter steil, fast senkrecht, dann eineinhalb Meter echt senkrecht hoch. Dann kommt ein Überhang, der wie ein Dachvorsprung die Senkrechte abschließt und vielleicht 30 Zentimeter rausspringt. Er könnte zwei Meter links oder zwei Meter rechts davon rauf, doch nein, das wäre ja einfach, Djákni nimmt Anlauf, rast die Wand hoch, ich halte die Luft an, das kann nicht gut gehen, er schafft es tatsächlich, seine Vorderbeine über den Vorsprung zu bringen, ich sehe es wie in Zeitlupe, seine Pfoten finden keinen Halt und rutschen ab. Er fällt rückwärts runter und als ich ihn schon mit dem Rücken aufschlagen zu sehen glaube, dreht sich der Teufelskerl im wirklich allerletzten Moment und landet wie eine Katze auf allen Vieren. Schwingt den Schwanz auf den Rücken und trollt sich, als wäre nichts gewesen, so als wollte er sagen: „Dann eben nächstes Mal!“
Das ist Djákni!

 

Oje, mein Fuß

Letzten Freitag, als Djákni und ich im Wald unterwegs waren, passierte etwas, was ich schon total verdrängt hatte, ich bin mit meinem einschlägig vorgeschädigten linken Fuß ganz gemein umgeknickt. Es hat sich ganz furchtbar angefühlt und ich konnte kaum meine Tränen unterdrücken, aber eher Tränen der Wut, als des Schmerzes, denn ich befürchtete, wie damals eine längere Zwangspause einlegen zu müssen. Djákni kam sofort zu mir, er hatte offenbar mitbekommen, dass sein Herrchen Schmerzen hat und steckte seine Schnauze in meine Hand, eine tolle und wie ich empfand, auch liebevolle Geste.
Damals konnte ich ein halbes Jahr lang keine längere Strecke gehen, ohne dass mein Fußgelenk seinen Umfang verdoppelte.
Was sollte ich tun? Ich hatte zwei Optionen, entweder etwa drei Kilometer direkt nachhause oder wie geplant über die vor mir liegenden acht Kilometer. Ein Arzt wird mir vielleicht Unvernunft unterstellen, aber ich wählte vor Zorn über mein Missgeschick die lange Strecke. Zwischendurch verschwand der Schmerz fast völlig, der letzte Kilometer wurde allerdings zur Qual, ich bemerkt erst dann, wie sehr ich mich verkrampft hatte.
Nun, heute ist Montag, der 24. November und wir werden in einigen Minuten aufbrechen, Djákni und ich, doch wir werden uns auf etwa 4-5 Kilometer beschränken. Der Knöchel ist noch dick und rot, zu Maria habe ich gesagt, das kommt von den Eis-Kompressen, aber schon gestern konnte ich ohne Probleme ein paar Kilometer gehen und ich kann den Fuß schmerzfrei in alle Richtungen bewegen (na ja, fast schmerzfrei).  

Letztes Oktober-Wochenende

Wir haben uns bei Elke angemeldet, der Züchterin, der wir unseren tollen Islandhund verdanken. Schon als wir unser Wohnmobil vor dem Anwesen stoppen gerät Djákni außer Rand und Band, er bellt und jault und sein Bellen erfährt ein vielfaches Echo vom Hof. Alles muss jetzt ganz schnell gehen, Leine anklicken, Tür auf und raus. Djákni zerrt wie wild an der Leine, der weiß ganz genau wo er ist. Die Hunde-Begrüßung verläuft dann genau so herzlich wie die der Menschen und es muss einmal gesagt werden, wo Menschen sich wohl fühlen, sind auch Hunde gerne zu Gast. Unser Lauser fühlt sich nach wenigen Augenblicken gleich wie zuhause.
Wir verbringen einige angenehme Stunden zusammen, die nur von einem extrem langsamen Pizza-Dienst getrübt werden, der uns fast zwei Stunden auf die gebackenen Teigscheiben warten lässt.

 

Zuvor war Djákni und natürlich nicht nur er, in Oberwesel zu Gast auf dem Binnenschiff Salisso gewesen, dessen Eigner ein alter Freund von uns ist, den wir nach geschätzten 45 Jahren dort erstmals wieder getroffen haben. Bemerkenswert aus Hundesicht war, dass er sich in der doch relativ kleinen Schiffswohnung den Raum mit zwei Labrador-Hunden und zwei Katzen teilen musste. Es gab keine Probleme! In der anschließenden Nacht im Wohnmobil schlief er allerdings ziemlich unruhig, offenbar hat er da das Erlebte verarbeitet.

 

Eine Begebenheit will ich hier noch erwähnen. ich war wie fast jeden Tag mit Djákni im Wald unterwegs, als er die Verfolgung eines Rehs aufnahm. Ein kurzer Pfiff und der Ruf "Djákni hier" genügten und  mein Prachtkerl stoppte in einem Stemmbogen und kam ohne Zögern zu mir zurück. Was war ich stolz auf ihn, denn das Reh hatte keinen allzu großen Vorsprung gehabt, ich war echt erschrocken. 

Montag, 13. Oktober 2014  

Wer den Djákni-Blog verfolgt hat, wird es vielleicht bemerken, heute vor einem Jahr haben wir einen kleinen, zunächst total verunsicherten Welpen abgeholt mit dem Versprechen an seine Mama Katla, dass wir gut auf ihn aufpassen würden.
Heute wohnt ein Energiebündel in unserem Haus, in dem es keine langweilige Minute mehr gibt. Djákni hat Kraft, Ausdauer und ist außerordentlich wendig. Einen kleinen, quirrligen Jack-Russel-Terrier, der ihm an den Kragen will, erlegt er in Sekunden, nachdem er mehrere Minuten lang dessen Eskarpadengeduldig über sich ergehen ließ. Dabei zeigt er die Schnelligkeit und Beweglichkeit, die nötig ist, um einen Terrier zu schlagen. Sobald der Kleine auf dem Rücken liegt, zieht er sich vor ihm zurück, Stolz! Nach wie vor sucht er von sich aus keine Konfrontation mit Hunde-Kollegen, sondern geht schwanzwedelnd alle Begegnungen an.
Djákni war mal wieder beim Arzt. Keine Angst, er ist nicht krank, nein, seine Hüfte wurde geröngt (HD); medizinisch, so die Ärztin sei alles in Ordnung, das genaue Ergebnis liegt noch nicht vor. Ich glaube, die Narkose war ein Abenteuer für ihn. Als er aus dem Aufwachzimmer geht, mit hochgeklappter Rute und wegknickenden Beinen, er gab er tolles Bild ab.
Zwei Tage später musste er noch zur Augenuntersuchung. Ich habe deinen Rat befolgt, Elke, und zuhause mit einer Stableuchte seine Augen "untersucht". Keine Ahnung ob das der Grund war, jedenfalls stand der Junge wie sein Standbild auf dem Untersuchungstisch, ließ sich die Augen kommentarlos zweimal tropfen und erlaubte dem Doktor, seiner Assistentin ausführlich seinen Augenhintergrund zu beschreiben. Der hätte, glaube ich, noch zehn Minuten länger still gehalten. Es gab über seine Augen ja auch nur positives zu berichten.

Was gab es noch? Ach ja, Djákni durfte in der Loire baden, wir waren zu Besuch bei Marias Schwester in Frankreich. Der dortige Haushund Milou, ein 14 Jahre alter Terrier-Mix wurde schnell zu einem gefragten Spielkameraden, doch als er an Djáknis Futter will, liegt er blitzschnell auf dem Rücken. Djákni hat das jetzt raus, er macht mir ein bisschen Angst mit seinem dadurch erworbenen Selbstbewusstsein. Interessant ist die Folge dieser Aktion: Milou erkennt Djákni als Chef an, aber mit dem Chef spielt man nicht, und das macht Djákni traurig. immer wieder trägt er Spielsachen zu Milou um ihn aufzumuntern. Endlich lässt der sich locken, zwar spielt er nicht wie zuvor, aber er begleitet Djákni auf seinen Runden über das Grundstück. 

Mittwoch, 17. September

Alles deutet darauf hin, dass Djákni wieder ganz der Alte ist, lebhaft, neugierig, unternehmungslustig und vor Allem auch ausdauernd. Dennoch, seine Krankheit hat bei mir eine Narbe hinterlassen. ich beobachte mich immer wieder dabei, wie ich jede seiner Reaktionen auf die Goldwaage lege.
Am Wochenende feierte die Nordpfalz in Rockenhausen das Herbstfest. Viele Verkaufsstände säumen die Straße und eine große Menge Menschen schieben sich daran vorbei, traditionell findet am Sonntagnachmittag ein großer Umzug statt.
Zunächst wollte ich Djákni und mir den Stress dieser Attraktion ersparen, dann entschloss ich mich doch dazu, meine Frau zu begleiten und auch Djákni mitzunehmen.
Islandhunde sehen alle Menschen zunächst als Freunde an und Freunde begrüßt man doch, oder nicht? Ich muss eifrig an der Leine arbeiten, um Djáknis impulsives Hallo-sagen einzudämmen, ganz verhindern kann ich es nicht. Wenn dann noch jemand "schau mal, was für ein süßer Hund" oder so etwas ähnliches von sich gibt, ist kein Halten mehr. Djákni versteht inzwischen sehr viel.
Dann der große Umzug. Wir stehen an der Straße, die erste Musikkapelle kommt mit viel Trompetenklang und Uff-ta-ta auf uns zu und Djákni staunt. Er bellt nur mal kurz auf, überrascht wohl, betrachtet aber mit stolz aufgelegter Rute die Musikanten. Motivwagen gleiten von riesigen neuen oder knatternden alten Traktoren gezogen vorbei. Djákni bleibt ruhig und staunt. Erst als eine längere Lücke entsteht sieht er gespannt in die Richtung aus der die Nächsten erscheinen müssten und bellt. Erst kapieren wir nicht, dann, als er das bei jeder Lücke wiederholt verstehen wir, der Lauser ist ungeduldig! Er will etwas sehen, es geht ihm zu langsam! Eine Rettungshundestaffel zieht vorbei, er schaut fasziniert zu und schweigt. Später folgt eine Hundeschule, einige deren Vierbeiner brummen Djákni an, da kontert er natürlich, aber nicht über Gebühr. Eine Kutsche, natürlich von Pferden gezogen findet er gut, Reiter auf Pferden gar nicht! Er wird richtig böse und ich muss ihn zurücknehmen. Ob er den Menschen auf den Tieren Schlechtes unterstellt? Wer weiß das schon, aber ich will ihn demnächst mit einer Reiterin konfrontieren, die er gut kennt, die er aber noch nicht zu Pferd gesehen hat. Fast eine Stunde lang hält er am Umzug durch, dann wird er unruhig und ich ziehe mich mit ihm in eine Seitenstraße zurück.  

Donnerstag, 21. August

Islandhunde können aufatmen, die Hitzeperiode ist offensichtlich vorbei. Natürlich interessiert euch, wie es Djákni geht. Letzten Freitag bekam er die letzte Antibiotika-Dosis, seit dem erholt er sich zusehends. Er ist munter und will raus, will Laufen. Ich merke jedoch, dass seine Kondition sehr gelitten hat und muss aufpassen, dass er sich nicht selbst überfordert.
Es macht Spass, dieses Geräusch endlich wieder zu hören: Wenn er zurück bleibt, um etwas ganz wichtiges zu erforschen und dann in vollem Lauf kraftvoll an mir vorbei donnert - trrambambam, trrambambam, das klingt fast wie Hufschläge - um dann an der von ihm angenommenen Toleranzgrenze anzuhalten um mich mit leicht schräg gelegtem Kopf fragtend anzublicken: "Wo bleibst du denn?" 

Dennoch werden wir noch eine Zeit lang mit der Ungewissheit Leben müssen, ob er seine Krankheit vollständig besiegt hat. Er, den Eindruck haben wir, glaubt ganz fest daran.
Letzten Montag hatte unser Racker und auch seine fünf Geschwister Geburtstag. Allen von uns einen herzlichen Glückwunsch! Djákni bekam zur Feier des Tages ein Rindersteak, englisch natürlich!

 

Djákni ist krank !  

Dienstag, 22. Juli

Heute ist es wieder sehr warm, dennoch freut sich Djákni  wie an jedem Tag auf unsere Aktivitäten. Er kann es kaum erwarten, dass ich ihn von der Leine lasse. Er rennt los, aber nach etwa 50 Metern bremst er ab und kommt zu mir zurück. Ich bin stolz und lobe ihn. Er bleibt bei mir, bei Fuß, ohne dass ich ihn dazu auffordere. Dann kommt sein Spielplatz, eine ansteigende gras- und unterholzfreie Baumfläche. Heute werfe ich nur zwei Fichtenzapfen, die er eifrig sucht und zurück bringt. Dann breche ich ab, denn er kommt mir anders vor. Ich kann dieses Gefühl nicht an einer bestimmten Aktion festmachen, es ist vielmehr sein verändertes Wesen auf der ganzen Strecke. Es kommt immer vor, dass er zurück bleibt, nur um mich in rasendem Galopp wieder einzuholen. Heute ertappe ich ihn dabei, wie er im Abstand von einigen Metern hinter mir her trottet. Warum soll er nicht auch mal unter der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit leiden, entschlossen kürze ich unsere Strecke deutlich ab. Zuhause spielt er mit mir wie immer.

Mittwoch, 23. Juli

Habe ich schon erwähnt, dass Djákni nur noch ausnahmsweise seine Geschäfte im Garten verrichtet. Er will sein Revier ablaufen. Warum nur habe ich heute das Gefühl, dass ihm das schwer fällt? Es ist sehr warm, immerso knapp unter 30 °C, gut, bleiben wir heute zuhause. Am Nachmittag bemerke ich, wie ihm beim Sitzen seine Beine weg rutschen, immer wieder muss er korrigieren. Da stimmt etwas nicht. Wir müssen zum Tierarzt – klar, heute ist Mittwoch und jetzt Nachmittag, da haben die zu. Wir rufen in der Praxis unseres Tierarzt-Ehepaares an, er ist gleich am Telefon und leider in Stuttgart, eine Rufweiterleitung aufs Handy macht‘s möglich. Er verspricht, seine Frau anzurufen, sie ist auch Tierärztin und eigentlich Djáknis "Leibärztin" bei den Impfungen. Sie meldet sich kurz darauf bei uns und ordnet Fiber messen an. Richtig im Popo. Das mussten wir bei Bubu nicht machen und bei Peanut auch nicht. Unser kleiner Held steht die lange Minute wie ein Standbild und das winzige Display zeigt schließlich 40,5 °C an, kein Wunder dass er so komisch drauf ist. Ein paar Minuten später stehen wir in der Praxis. Er bekommt zwei Spritzen, eine mit Antibiotika und eine gegen das Fieber, außerdem bekommen wir Tabletten und Novalgin-Zäpfchen mit.

Donnerstag, 24. Juli

Heute Morgen sind wir wieder in der Praxis. DieTemperatur blieb die ganze Nacht bei 40 °C, die fiebersenkenden Zäpfchen bewirken kaum etwas. Er bekommt eine Kanüle ins linke Vorderbeinchen, spendet zwei Röhrchen Blut und bekommt eine Infusion, weil er kaum etwas trinkt. UnsereTierärztin empfiehlt uns, eine Tierklinik bei Bad Kreuznach aufzusuchen, sie hat einen Verdacht und möchte das abgeklärt haben.
So stehen wir am Nachmittag mit unserem Wohnmobil vor der Tierklinik.
Babesiose, so heißt eine durch Zecken übertragene Erkrankung. Die Krankheitserreger dezimieren die roten Blutkörperchen und die Ärztin, glaubt auf einem Abstrich Anzeichen für einen derartigen Erreger gesehen zu haben. Djákni bekommt eine schmerzhafte Spritze; wir wollen keine Zeit verlieren, erklärt die Ärztin, denn die Krankheit kann sehr ernst verlaufen. Klar sind wir einverstanden. Zuvor bekam der Arme noch die Haare auf seinem Bauch abrasiert, per Ultraschall wurde der Zustand seiner Organe geprüft und es wurden keine Mängel gefunden.

Wir bekommen ein neues Präparat mit, abgestimmt auf den vermuteten Übeltäter.

Freitag, 25. Juli

Punkt 10:00 Uhr stehen wir wieder in der Praxis unserer Haus-Tierärztin. Die ersten Laborbefunde des Blutes zeigen eine deutliche Abnahme der roten Blutkörperchen, die Diagnose mit den Zecken scheint sich zu bestätigen. Wir brauchen noch Novalgin-Zäpfchen.

Samstag, 26. Juli

Wieder in der Praxis, ein Blut-Schnelltest zeigt, dass die Roten weiter abgenommen haben. Weitere Laborergebnisse gibt es keine, wir klammern uns an die Aussage, dass die Therapie erprobt sei und helfe. Wir brauchen Geduld.
13:00 Uhr, wir messen 38,2 °C und jubeln. Endlich mal kein Fieber, denn die Temperatur ist bei Hunden normal. Djakni holt seine Spielsachen, wird aber schnell müde.
Djakni durchschaut den Trick mit den in Wurst versteckten Tabletten. Wir kriegen sie nur noch mühsam bei ihm unter.

Sonntag , 27. Juli

Fieber spielt Jojo und Djákni ist mal munter und mal k.o.

Montag, 28. Juli

Der Schnelltest zeigt den gleichen Wert wie am Freitag, also keine Verschlechterung, ein gutes Zeichen? Djákni rennt wie wild los, wenn ich ihn von der Leine lasse. Er wird aber nach wie vor schnell müde. 23:00 Uhr,kein Fieber!

Dienstag, 29. Juli

Alles auf Anfang! Die Zecken-Theorie hat sich zerschlagen, wir, sprich die Ärztin muss eine andere Ursache suchen. Die Blutwerte geben Anlass zur Sorge, zu viele weiße und zu wenig rote Blutkörper. Djákni soll noch ein neues Antibiotikum nehmen. Sie gibt es nicht gerne, da es bei Hunden im Wachstum Probleme bereiten kann. Außerdem sollen wir ihn in einer Tierklinik in Hofheim am Taunus vorstellen, die wären Spezialisten für so einen Fall. Wir stimmen zu und erhalten für Mittwoch 15:00 Uhr einen Termin. Unsere Enkelkinder sind da und Djákni lebt auf. Er spielt mit ihnen, wie wenn nichts wäre. Am Nachmittag und frühen Abend ist er fieberfrei, auch in der Nacht erreicht er nur 38,8 °C.

Mittwoch, 30. Juli

Kurz vor neun Uhr erledigt Djákni seine Geschäfte, danach messen wir 39,1 °C. Maria besorgt die Überweisung vom Tierarzt, dann fahren wir mit dem Womi los.
Kurz bevor wir die Klinik betreten messen wir bei ihm 38,1°C, klar, Vorführeffekt.
Fast pünktlich sind wir an der Reihe. Die Ärztin hat sich die Berichte und Blutwerte angesehen, wählt aber ganz offensichtlich einen anderen Ansatz. Sie sucht nach einer Entzündung und vermutet eine Reizung an der Halswirbelsäule, da Djákni seinen Kopf nicht hoch heben will/kann. Alle Symptome und auch die Blutwerte können daher rühren, folgert sie und empfiehlt, die Dosis der letzten offenbar wirksamen Tabletten zu verdoppeln, die anderen abzusetzen, da sie schon lange genug eingenommen wurden. Dann erklärt sie uns noch, dass jetzt im Sommer bei derartig bepelzten Hunden die Körpertemperatur leicht mal an der 39 °C Marke kratzen kann. Das sei noch nicht dramatisch. Diese Aussage relativiert viele unserer Messwerte, die oft bei 39,2 – 39,6°C lagen.

Wenn nach zehn Tagen keine stabile Besserung zu erkennen ist, sollen wir ihn nochmal vorstellen, dann soll er zur Untersuchung evtl. indie Röhre, unter Narkose. Hoffentlich können wir ihm und uns das ersparen.

Donnerstag bis Samstag 2. August 2014

Djákni ist fieberfrei, er ist vor allem auch deutlich aktiver als in den Tagen zuvor. Heute, am Samstag-Morgen um etwa 7:30 Uhr gehe ich mit ihm raus und seine Augen betteln „bitte geh nicht gleich wieder heim.“ Als ich ihn von der Leine lasse, rast er los wie ein – na ja, Islandhund eben. An seinem Spielplatz verbellt er mich, weil ich mich weigere, irgendwelche Sachen zu werfen, die er dann suchen möchte.
Der Rundweg misst knapp zwei Kilometer und Djákni ist immer vorne. Er genießt sichtlich die Freiheit. Einmal muss ich ihn sehr energisch daran erinnern, dass er noch nicht gesund ist. Er wollte den Berg hoch rennen um Vögel zuverscheuchen.

Die Tabletten muss er noch mindestens zwei Wochen einnehmen, zweimal am Tag. Wir formen mit einer Streichwurst ein Bällchen drum herum, dann – entschuldige bitte Djákni – stopfe ich ihm das Gebilde in den Hals, bis zur Würge-Grenze. Alle anderen Methoden waren vergebens, die Wurst war weg und die Tabletten flogen im hohen Bogen aus seinem Maul wieder raus.

Sonntag, 3. August

Auch heute Morgen waren wir früh unterwegs. Djákni ist nach wie vor munter aber seine Kondition hat schon sehr gelitten. Hoffentlich schaffen wir es, dass die Infektion sauber ausheilt und er mich wieder begleiten kann, ich brauche ihn dringend als Trainer und Motivator. Um einigermaßen fit zu bleiben, war ich mit Nordic-Walking-Stöcken bewaffnet alleine unterwegs, man ist das langweilig.
Maria hat ihm vorhin das Wurst-Tablettenbällchen spielerisch vor die Schnauze gehalten und er hat's genommen und mit den Tabletten gefressen. Toll, heute muss ich ihn nicht "stopfen".

Hier auch mal eine Zahl: Die Krakheit hat schon über 700 Euro gekostet! Allein gestern kamen zwei Laborrechnungen von den Blutuntersuchungen über 166 Euro!
Klar ist unser kleiner Strolch jeden Euro wert, dennoch tut die Summe am Ende schon weh, besonders weil sich vor ein paar Tagen auch noch unser PKW für immer verabschiedet hat. 

 

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1. Juli  

Die Entwicklung geht nun etwas gemächlicher weiter, so dass es schwerer fällt, hier immer etwas Neues zu berichten. Seine Grundausbildung in der Hundeschule hat Djákni erfolgreich hinter sich gebracht, ohne schon der perfekte Hund - und das braucht ein 10 Monate alter Rüde auch noch nicht - zu sein. Immer noch schäumt sein Temperament über, sobald es rausgeht. Die ersten Minuten ist er kaum zu bändigen. Wenn wir zehnmal am Tag gehen, dann findet diese seine Orgie auch zehnmal statt.
Neulich waren wir bei einer Freundin in Speyer und ich musste Djákni Bewegung und Erleichterung verschaffen. Im Wald am Stadtrand fand ich einen Weg der schnurgerade bis zum Horizont gezogen war. Sollte ich ihn losbinden? In einer ihm unbekannten Gegend mache ich das nicht gerne, andererseits, er war so brav gewesen und brauchte jetzt die Möglichkeit, seinen Bewegungsdrang auszuleben. Kaum von der Leine raste er bellend (wie bei einem Islandhund üblich) los und wurde immer kleiner und kleiner und sein Bellen leiser und leiser. Fast verschmolz er mit dem Horizont, mir stellten sich sämtliche Nackenhaare quer.
Endlich hielt der inzwischen winzig gewordene braune Punkt inne, orientierte sich und brauste in gleicher Geschwindigkeit zu mir zurück, begrüßte mich als hätte er mich lange nicht gesehen, erledigte sein Geschäft (ja, jetzt erst) und ließ sich ohne Murren wieder anleinen.
Seine Treue macht mich immer wieder ein bisschen stolz. Dennoch bleibt die Angst, dass ihn doch einmal etwas, was sich links oder rechts von seiner Speedstrecke befindet, ablenken könnte.


16. Juni Merle
Unsere dritte Enkeltochter Merle ist geboren!
Djákni hat das noch nicht registriert, er beschäftigt sich lieber mit den beiden Großen. 

20. - 29. Mai  

In einigen Etappen wollen wir  den Atlantik besuchen.Vielleicht landen wir ja wieder in Le Tréport, dort hat es uns letztes Jahr so gut gefallen. Unser Wohnmobil ist startklar. Morgen früh geht es los – nach dem Frühstück.
Ich habe mein Fahrrad dabei und will probieren, ob Djákni es versteht, nebenher zu laufen, dazu habe ich das Peanut-erprobte Hunde-Führungs-Gestell wieder ausgegraben und montiert. Der Radweg an der Mosel scheint mir dazu geeignet,also steuern wir erst einmal Minheim an. Wir haben Glück. Der Stellplatz in der ersten Reihe ganz rechts ist noch frei. Gut, er ist etwas kleiner als die anderen, aber er hat bei Sonne einen großen Vorteil, das Gebüsch an seinem Rand bietet den ganzen Nachmittag angenehmen Schatten.

Heute ist der 21. Mai und es ist schon heiß, nicht unerträglich für uns Menschen aber ungewöhnlich für einen immer noch im Winterpelz dressierten Hund. Also warte ich, bis die Temperaturspitze gebrochen ist und dann geht es los. Djákni kann zunächst gar nichts mit der Situation anfangen.

Originalton Djákni: „Auf was für einem komischen Ding sitzt mein Herrchen heute? Hilfe, jetzt setzt sich das auch noch in Bewegung! Herrchen ist genauso überrascht wie ich, denn er zappelt ganz komisch mit den Beinen und mich reißt es auch noch mit, nicht heftig brutal, aber doch nachdrücklich, keinen Widerstand duldend.“

Der junge Islandhund macht an dem Führungs-Gestell eine tolle Figur (s. Bild). Eine starke Spiralfeder verhindert die ruckartige Beeinflussung des Tieres. Anfangs versucht er noch, am Wegesrand lauernden Gerüchen nachzugehen, aber bald sieht er ein, dass es jetzt nicht um die Entschlüsselung neuer Duftmarken geht, sondern um konzentrierten Dauerlauf.

Wieder Djákni: „Das war jetzt gemein, eben kroch mir so ein betörender Duft aus dem Gras in die Nase, aber ich hatte keine Chance, näher hin zu schnuppern. Unbarmherzig werde ich mitgezogen. Gut, dass Herrchen dabei ist, der spricht beruhigend mit mir. Bestimmt weiß er, dass das komische Ding mir nichts Böses tun will und wenn ich ehrlich bin, so langsam fängt die Sache an, mir Spaß zu machen. So schnell sind wir sonst nie zusammen unterwegs, Herrchen und ich, ich kann mich richtig lang machen und rennen was das Zeug hält.“

Das klappt ja schon wider Erwarten gut. Djákni ist an dem Gestell kaum zu spüren. Anfangs machen mir seine Versuche seitlich auszubrechen noch Sorge, aber da es am Radrahmen befestigt ist, wirken sich die Bewegungen des Hundes kaum auf die Lenkung aus. Nach ca. 400 Metern kehre ich ohne abzusteigen in einem großen Bogen um und Djákni geht problemlos mit. Wir waren nicht lange unterwegs, aber für die erste Lektion in Sachen Fahrrad-Lauf war es lange genug und Djákni kann stolz auf sich sein – und wir auf ihn.
Das Ganze wiederholen wir noch zweimal, da es weiterhin sehr warm ist, dehne ich die Strecke auch nicht weiter aus.

Le Tréport (F) am 25. Mai 

Strahlender Sonnenschein hat uns heute um acht Uhr geweckt,diesmal nicht Djákni. Aber jetzt ist es auch für ihn höchste Zeit.
Viele Mobile fahren weg, klar, heute ist Sonntag, Europawahl-Tag, da müssen sicher viele nach Hause. Weniger wegen der Wahl sondern weil der eine oder andere am morgigen Montag wieder zur Arbeit muss. Während ich das hier schreibe blicke ich auf eine Fläche, fast so groß wie ein  Fußballfeld, leer, eingezäunte Spielfläche für Djákni. 


Eine Möwe stolziert nach essbarem suchend selbstbewusst herum, nicht mehr lange, denn dann fliegt ein brauner Wollknäuel auf sie zu. Die Arme weiß gar nicht wie ihr geschieht und fliegt kreischend und schimpfend auf. Zunächst will sie wohl ihre Futterstelle nicht so einfach aufgeben, aber Djákni lässt ihr nicht die Chance,nochmal  irgendwo wieder zu landen. Erst als sie hochzieht und abdreht beruhigt er sich. Stolz kommt er zurück, er hat seinen Job gut gemacht.

Am Nachmittag gehen wir in die Stadt. Djákni zerrt in alle Richtungen, es fällt schwer, die Ruhe zu bewahren, denn manchmal tut er mir richtig weh, mir seinen überfallartigen Ausfällen. Wir wollen Erinnerungen vom letzten Jahr auffrischen und uns mit la Funiculaire auf das Plateau der Oberstadt hieven lassen. Als Djákni die Kabinen den Berg hinauf und herunter gleiten sieht, weiß er die Situation nicht einzuordnenund verbellt vorsichtshalber die vermeintliche Gefahr. Gleichzeitig deutet er uns an, dass er es für richtiger hielte, wenn wir uns von diesen Monstern zurückziehen würden. Wir bösen Menschen haben jedoch anderes im Sinn und verfrachten den armen Hund direkt in den Bauch dieser Ungetüme. Djákni ist empört. Da die Kabinen fast ganz aus Glas gebaut sind, kann sogar ein Hund die Aussicht genießen oder er muss sie ertragen, je nach Charakter. Djákni gehört heute eher zur letzteren Kategorie, aber er erträgt mutig, ohne sein Murren durch nervendes Gebell zum Ausdruck zu bringen. Überhaupt ist er kaum wieder zu erkennen. Wie schon erwähnt, zerrt er unvermittelt an der Leine, aber im Gegensatz zu einem Besuch in Kaiserslautern, wo er zusätzlich mit ausdauerndem Bellen die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, ist er heute akustisch absolut ruhig (bis auf la Funiculaire). Vielleicht ist das schon ein Teil des Reifeprozesses? Oben empfängt uns ein unangenehmer Wind. Warm ist es noch, aber die Sicht auf das Meer ist  eingeschränkt, ein Wetterumschwung deutet sich an.
Wir erfrischen uns an diversen Getränken, auch Djákni bekommt sein Teil und als wir wieder bergab fahren, tut unser Vierbeiner so, als wäre es die normalste Sache der Welt die Kabinenbahn zu besteigen, doch seine hängende Rute verrät den Zauderer. Kaum sind wir wieder raus, wird das Ding nochmal gewaltig beschimpft. Warum eigentlich, es hat uns doch alle unversehrt aus seinem Bauch entlassen?
Wir möchten gern irgendwo zu Abend essen, doch dazu sind wir noch 20 Minuten zu früh dran, die Restaurants öffnen erst um 18:30 Uhr, dafür beginnt es jetzt zu regnen und zwei im Wohnmobil liegen gebliebeneSchirme werden nicht nass.

 

25. April

Djakni darf seine Kindheitserinnerungen auffrischen, wir haben ihn zu einer Ausstellung in Herborn angemeldet und besuchen dabei selbstredend auch die Züchterin Elke und ihren Partner Edwin im Nachbarort Sinn-Edingen. Djakni ist zwar einen Augenblick lang (oder auch zwei) irritiert über die geballte Übermacht an Hündinnen (5), macht dann aber sehr schnell das Beste aus seinem Schicksal. Zunächst wird er an allen guten Liegeplätzen weggeknurrt, irgendeine der Damen will genau dort auch liegen. Später streiten zumindest die jüngeren Hündinnen darum, wer denn mit Djakni spielen darf.
Djáknis Größe hat uns einigermaßen überrascht, überragt er seine Schwester und auch seine Mama doch schon deutlich, da täuschten uns die Bilder sehr. Betrachtet man nur den Kopf sieht er seiner Schwester sehr ähnlich.
Am Nachmittag helfen wir ein wenig bei den Vorbereitungen für die Veranstaltung, für den Abend sind wir zusammen mit anderen bei Elke und Edwin eingeladen, es gibt Pizza vom Lieferdienst, viel Geklöne über Hunde und auf dem Gelände glücklich tobende Vierbeiner.

26. April 

Heute, am Samstag heißt es früh aufzustehen, da um neun Uhr die Startnummern vergeben werden. Djákni erhält die fünf. Maria will ihn unbedingt führen und ist ziemlich nervös. Sie soll zügig gehen und ihn zum Traben bringen, gar nicht so einfach für sie. Am Ende erhält unser Lauser die zweitbeste Bewertung, er sei ein vielversprechender Islandhund mit kräftigem Knochenbau und guter Statur. Nicht nur wir sind Stolz, auch die Züchterin freut sich über Djáknis Erfolg, er macht wirklich eine gute Figur und hätte vielleicht auch die Eins verdient gehabt, aber das ist letztendlich nicht so wichtig.
Die für den Nachmittag vom Wetterdienst angedrohten Gewitter bleiben aus, so dass die Veranstaltung trocken über die Bühne gehen kann.
Zwischendurch, in der Mittagspause erleben wir, dass mehr als zehn Hunde im Lokal des Schützenvereines, unter dessen Dach und Gelände die Ausstellung stattfindet, ruhig und brav unter den Tischen liegen, ohne großes Gebelle. Gut, es gibt eine kurze Begrüßung, wenn ein Neuer dazu kommt, ebenso wenn sich einer verabschiedet. Sonst herrscht Ruhe und wir Menschen können uns entspannt unterhalten. Gleiches erleben wir am Abend, da waren es aber nur neun Hunde. Was ich hier schreibe gilt in gleichem Maße auch für Djákni, denn der war immer und überall dabei.
 

3. - 7.April  

Wir wollen mit unserem Reisemobil nach Paris, genauer in einen Vorort nordwestlich der Metropole um unsere Tochter zu besuchen. Da wir Mautstraßen meiden und uns grundsätzlich Zeit lassen wollen, haben wir eine Übernachtung eingeplant. Ob Djákni sich noch an das Leben im Mobil erinnern kann?

     Er ist ein angenehmer Fahrgast. Unaufgeregt wechselt er seine Liegeplätze, kommt ab und zu hoch, um aus dem Fenster zu schauen und ist bei jedem Halt lautstark gespannt auf die Eindrücke und Gerüche die ihn erwarten.
Als wir unseren Übernachtungsplatz in Mareuil sur Ay am Marne Seitenkanal erreicht haben, setze ich mich auf eine Bank und Djákni legt sich daneben. Er beobachtet aufmerksam die Bewegungen, das Leben um uns herum.
Wir sind sehr gespannt, wie er sich  in der  kommendenNacht verhalten wird. Zu seiner und unserer Entspannung gehen wir ein Stück. Es gibt einen schönen Rundweg um den Kanal, jeweils durch eine Brücke ermöglicht.

Maria legt sich, wie meist, früher als ich zum Schlafen. Kaum ist sie unter ihre Decke geschlüpft, als Djákni Maß nimmt und schwupp, ist er oben. Ohne Anlauf vom glatten PVC-Boden hoch, noch über Marias Beine weg, das ist über ein Meter Höhe, ein Mords-Satz. So war das nicht geplant, der Arme muss gleich wieder runter und niemand würdigt seine, wie ich finde enorme sportliche Leistung. Das eigentliche Problem sehen wir in der Landung, wenn er, was er mit Sicherheit tun würde, diesen Satz in die andere Richtung wiederholen würde. Auf dem glatten Boden fürchten wir um seine Gelenke.

Djákni ist sehr aufgeregt, obwohl ich noch auf bin und lese. Er kann sich offensichtlich nicht entspannen und wechselt, die für ihn extra eingepasste Matratze ignorierend, dauernd seinen Liegeplatz. Als ich später auch im Bett liege, höre ich ihn hecheln, obwohl es gewiss nicht warm ist.
Am Morgen besorge ich in einer kleinen Boulangerie (Bäckerei) leckere Croissants und Baguettes. Nachdem auch Djákni sein Frühstück erhalten hat, welches er ignoriert, fahren wir weiter.

 

Das Anklicken der Leine an sein Halsband ist für DJ jedes Mal wie ein, ja was, Startschuss oder Elektroschock? Eher wohl letzteres, denn ich brauche meine ganze Kraft, um als erster aus dem Auto zu steigen. Kaum ist er auch draußen stürmt er los, wirft sich nach links, nach rechts in die Leine und ich hoffe inständig, dass das Material seinem Ansturm standhält. 2-300 Meter weit geht dieses Spiel, dann sind die ersten Energie-Überschüsse abgebaut, er wird endlich manierlicher. Ich führe einen ganz anderen Hund an der Leine.

Wir sind am Ziel. Der Weg von unserem Stellplatz zu unserer Tochter führt durch einen Sport- und Freizeitpark. Viele Hunde werden hier ausgeführt und die meisten davon sind frei. Also lasse ich auch Djákni von der Leine und er dankt es mir durch tollen Gehorsam. Nie habe ich ein ungutes Gefühl, den Kontakt mit den vierbeinigen Franzosen bewältigt er mit Bravour und oft genug bedaure ich, dass meine Französisch-Kenntnisse begrenzt sind, denn Djákni fördert mit seiner freundlichen Art auch die menschliche Kommunikation.

 

Unsere Tochter hat für den Abend einen Tisch in einem netten Restaurant reserviert und uns beschäftigt die Frage, ob es unser junger Hund schafft, so lange ganz brav zu sein. Der Anfang war nicht so doll, die Bedienung mustert unseren ungeduldig an seiner Leine zerrenden Lauser skeptisch, doch als er friedlich in seiner Nische liegt, kommen sie vorbei, um ihn zu bewundern. Kurz, er verhält sich über zweieinhalb Stunden vorbildlich und endgültig zum Staunen bringt er uns, als er am Ende ganz gegen seine sonstige Gewohnheit ohne einen Mucks das Lokal verlässt. Erst als wir ein Stück weg sind begrüßt er die Nacht, den Mond oder wen auch immer mit seinem hellen Bellen.
In der kommenden Nacht holt er mich kurz nach zwei Uhr aus dem Schlaf und fordert einen Spaziergang. Klar, wer wie Djákni den ganzen Tag nichts fressen will und dann am Abend kräftig rein haut, den plagen in der Nacht die Geister und ich muss es ausbaden.

Aber er macht mich wach und hatte einen Grund, sei nicht undankbar, Hundehalter!

 

Heute ist Sonntag. Da an jedem Morgen, Montags aber im Besonderen mit Staus zu rechnen ist, wollen wir heute Nachmittag noch den Großraum Paris verlassen und die Nacht auf unserem inzwischen schon als Stammplatz zu bezeichnenden Wohnmobilhafen in Mareuil sur Ay verbringen.
Wir sind zügig unterwegs und können uns um halb sieben noch die beste Parknische, mit Rasen davor ergattern.

Es ist wirklich angenehm, einen so problemlosen Hund im Wohnmobil dabei zu haben. Djákni akzeptiert seine Rolle und erträgt klaglos auch mehrstündige Fahrten. Zum Dank drehe ich mit ihm die schon beschriebene Brückenrunde. Später liegt er neben dem Womi an der Leine im erfrischenden Gras, bis wir ihn zu uns rein rufen, weil es uns bei offener Tür zu kühl wird.
Trotzdem, eine richtige Einschlaf-Routine hat Djákni noch nicht entwickelt. Er ist unruhig, wechselt oft seinen Platz und atmet kurz und hörbar. Anfangs hielt ich das für Hecheln, aber es ist wohl eher innere Unruhe, Unsicherheit. Am letzten Abend war er aber schon kurz nachdem ich zu Bett gegangen war nicht mehr zu hören.
Bubu und Peanut, die beiden Hunde die wir bisher hatten, liebten das Leben im Wohnmobil. Wir hoffen sehr, dass auch Djákni es nicht nur erträgt sondern Gefallen daran finden wird.

Um elf Uhr nehmen wir die letzte Etappe in Angriff. Sie soll uns über Metz und Saarbrücken nach Hause bringen.
Punkt 18:30 Uhr jagt Djákni laut bellend, wieder sein eigenes Revier begrüßend, über unseren Rasen.
Er war ein bereichernder Begleiter auf unserer Tour, es hat alles gut geklappt und es war schön, sogar das Wetter.

 

 

25. März 2014 

Gut, die erste "Hitzewelle" des Jahres haben wir überstanden und bei den jetzigen Temperaturen um die 10 °C fühlt sich unser Lausbub wieder richtig wohl. Ja und heute war auch der 2. Tag in der  Hundeschule. Drei Hunde sind in diesem Kurs, letzten Dienstag gab es nur Theorie für die Menschen, die Hunde waren Statisten. Heute war Djákni schon mehr gefordert, Sitz, Platz und Hierher kannte er zwar schon, aber auf dem Übungsplatz ist doch mehr Zug dahinter. Ein bisschen ärgerte ich mich über meinen Lauser! Als Maria ihn rief, war er sofort da, mich ließ er zappeln, gelegentlich, wenn er es für angebracht hielt, kam er auch mal so nebenbei zu mir. Irgendwie war ich für ihn nicht so richtig da. An der Junghunde-Spielstunde samstags wollen wir auch weiter festhalten, er ist jetzt bei den Größeren, quasi in der 2. Klasse. Das Gelände dort ist riesig, aber wenn etwa 30 Hunde zwischen den dazu gehörenden Menschen ohne jeden Knatsch herum wuseln, das hat schon was.

Tja, im Wald lotet Djákni derzeit seinen Spielraum aus. Seine Schleifen um mich herum werden oft zu groß und ich muss aufpassen, dass er in diesen Phasen im 10 Meter Radius-Bereich bleibt. Das ist so die Entfernung, in der er mein verbales Eingreifen einigermaßen ernst nimmt.
Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass mich Djákni jetzt regelmäßig in den Garten begleitet? Das ist deshalb so erwähnenswert, weil wir dort keine Abgrenzung per Zaun zur Straße haben. Das wollten die Stadtplaner so. Allerdings bildet dichtes Buschwerk eine optische Grenze, durch die Dj locker schlüpfen könnte. Er tut es nicht - toi,toi,toi. 

 

10. März 2014

Bald geht für Djákni der "Ernst des Lebens" los, wir haben ihn zu einem Grundlehrgang angemeldet. Am 18. März wird er sieben Monate alt und genau da geht's los. Derzeit leidet er sehr unter der aktuellen März-Hitze. Mehr als 20 Grad Celsius sind im Winterpelz nur schwer zu ertragen und bisher macht er keine Anstalten, sein Fell zu lichten. Braucht er es doch noch mal? Auch am Samstag bei der Welpen-Spielstunde war er ziemlich zurückhaltend. Bei strahlendem Sonnenschein bewegte er sich auffallend ökonomisch und kürzte seine Laufwege auf das nötige Maß ab. Motto: So wenig wie möglich, doch so viel wie nötig, . 

 

28. Feb. 2014

Seit fast zwei Wochen bringt Djákni  mir jeden Morgen stolz die Zeitung. Maria hatte sie ihm ins Maul gegeben und "bring sie zu Papa" gesagt und er hat das einfach so gemacht. Dieses Spiel läuft seither jeden Tag. Natürlich gibt's ein Leckerli als Belohnung und Anreiz. 

Sehr gerne sucht er versteckte Leckerli, oder auch schon mal Spielsachen. "Sitz und bleib" wird in diesem Zusammenhang auch immer besser, aber die Neugier treibt ihn oft schon vor dem Such-Befehl hoch. "Platz" mag er gar nicht. Nur äußerst widerwillig legt er sich nach dem 25. Befehl. Aber ich denke, hier werden wir uns bis nach der Flegelzeit (auch Pubertät genannt) gedulden, er kann schon so viel und ist ohne Leine super zuverlässig, damit bin ich sehr zufrieden.

Wenn wir mit dem Auto unser Städtchen verlassen und links auf die Bundesstraße abbiegen schimpft er jedesmal. Zum Welpentreff gehts doch rechts rum!

 

Da gibt's auch noch das leidige Problem mit den Häufchen. Wer Djákni beigebracht hat, dass wir Menschen diese Hinterlassenschaft auf unseren Wegen nicht gerne sehen, weiß ich nicht. Ich nicht. Er jedenfalls  drückt sich so weit es ihm irgend möglich ist auf die Seite. Manchmal weiter als mir lieb ist, da ich es ja dennoch entfernen muss. Wenn er erwartet, dass wir in den Wald gehen, verkneift er sich sein Geschäft über ca. 300 Meter, bis er sich weit in die "Büsche" schlagen kann. Dabei darf er jederzeit bei uns im Garten. Alles in Allem noch so eine tolle Angewohnheit von ihm. 

 

18. Feb. 2014

Heute ist Djákni ein halbes Jahr alt! Herzlichen Glückwunsch ihm, sowie seinen Schwestern und Brüdern. Aus vollem Herzen möchte man singen: Schön dass du geboren bist ...
Nach einem ausgiebigen Waldspaziergang hatte er sich sein Geburtstagsmenü redlich verdient, es gab gebratenes Truthahnfleisch, er hat es genossen.
 

1. Feb. 2014

Ich weiß Elke, du hast mich gewarnt: Djákni wird mich überall hin begleiten. Du hast mir aber nicht gesagt, dass Islandhunde wahre Meister im Anschleichen sind. Alle meine Hunde konnte ich auf dem Parkett mit ihren Krallen tappsen hören, Djákni nicht, er zieht seine Krallen ein! Ich will nur ein Handtuch aus der Toilette holen, gehe vorwärts einen halben Schritt rein, rückwärts zurück und dann schreit er, denn ich stehe auf seiner Pfote. Nein, ich will ihm nicht weh tun und weiche irgendwie aus, verliere das Gleichgewicht und knalle rückwärts aufs besagte Parkett. Boing, mein Hinterkopf dröhnt und Djákni starrt mich fassungslos an. Der Arme ist noch mehr geschockt wie ich. Na ja, der Kopf war wohl hart genug, jedenfalls hab ich bis jetzt keine Ausfälle bemerkt - meine Frau sieht das vielleicht etwas anders - aber mein Kreuz! Am nächsten  Morgen erst stelle ich fest, dass ich so was habe. Heute wird es nur einen kleinen Waldlauf bzw. Spaziergang geben, ohne Wurfspiele. Djákni begreift das gar nicht und fordert mich in seiner süßen Spielhaltung immer wieder auf, endlich irgend etwas zu werfen, um mir zu beweisen, wie gut er die Sachen finden kann. Aber ruckartige Bewegungen gehen gar nicht, er muss sich mit sich selbst beschäftigen.
Heute, am zweiten Tag danach hab ich mich revanchiert. Der Rücken schmerzt zwar noch und auch der Kopf meldet jetzt die ramponierte Stelle, aber Werfen geht wieder und Djákni genießt die fast zwei Stunden auf unserer regelmäßigen Tour - fünf Mal in der Woche!

Welpentreff am Samstag fällt aus wegen strömendem Regen bei 3° C und starkem Wind - doch nicht für Djákni! Nur fünf weitere Hunde konnten ihre Herrchen/Frauchen überreden dort hin zu fahren. Nach 70 Minuten liegt unser - inzwischen gar nicht mehr - kleiner Freund nass wie eine Katze und total ausgepowert aber gerade deshalb zufrieden, wieder im Auto.

 

22. Jan. 2014

Auf Anregung meiner Gäste drehe ich jetzt die Tagebucheinträge um, aber sorry, nicht rückwirkend. Wer wissen will, wieviel Freude uns unser Lausbub in den letzten Monaten schon bereitet hat, der wird gerne der althergebrachten Chronologie folgen. Aber ich sehe ein, schnell mal sehen was es Neues gibt, ist so einfacher. 

Dabei gibt es nicht allzu viel Neues von Djákni zu berichten. Sein Gebiss ist inzwischen runderneuert, die Fang/Eck-Zähne sind da, müssen aber noch ein Stück wachsen. Noch hat er Probleme, einen Gegenstand richtig festzuhalten.
In den nächsten Wochen will ich mein Augenmerk darauf richten, sein überschäumendes Temperament zu zügeln. Sobald er merkt, dass wir Gassi gehen oder zu unserem Waldlauf aufberechen, bellt er ununterbrochen und zerrt wie verrückt an der Leine. Dabei muss ich mir immer wieder klar machen, dass er erst fünf Monate alt ist und schon so zuverlässig auf unserer fast täglichen Tour arbeitet (gehorchen ist nicht der richtige Begriff). Er sucht nicht nur Gegenstände, sondern lässt sich bei der Suche auch schon lenken (such da!).
Die Welpengruppe ist für ihn nach wie vor ein wichtiger Termin. Neulich waren wir auf dem Weg dorthin, sind aber "falsch" abgebogen, weil Maria vorher noch Schuhe kaufen wollte. Jault da nicht unser Vierbeiner enttäuscht auf! Dann fehlte auch noch der beste Freund, der schon erwähnte Border-Collie. Djákni spielte lustlos mal da, mal dort mit, ohne so richtig aus sich rauszugehen. Dann, eine Viertelstunde später kam er doch noch und der Tag war gerettet.  

Der erste Tag mit unserem neuen vierbeinigen Familienmitglied am 13. 10. 2013 

Wir sind sehr aufgeregt, denn heute dürfen wir den kleinen Djakni abholen. Der Welpe war gerade acht Wochen alt geworden und seine Mama hat den Jungen schon die Milchbar verweigert, er ist inzwischen auch an Trockenfutter und Rinderhackfleisch gewöhnt.

Zweimal hatten wir ihn schon gesehen, als er drei Wochen alt war, damals haben wir uns für ihn entschieden und als er sechs Wochen alt war. Jetzt sind wir überrascht, wie viel er in den letzten zwei Wochen gewachsen ist, auch sein Fell ist deutlich heller geworden. Die Welpen-Stupsnase hat sich zu einer richtigen Hundeschnauze entwickelt.

Bald sind die notwendigen Formalitäten erledigt, im Garten ein Erinnerungsfoto geschossen dann kann es los gehen.
Vorher heißt es noch Abschied nehmen. Katla, der Hundemama versprechen wir,dass wir ganz doll auf ihr Baby aufpassen werden und fast haben wir den Eindruck, dass sie uns verstanden hat und auch vertraut.
Elke kann ihre Tränen nicht zurückhalten, sie begleitet uns noch zu unserem Wagen und auch ihr Mann versucht krampfhaft, den Abschiedsschmerz zu verbergen.

Unser Wagen ist ein Reisemobil und wir haben etwa 200 Kilometer Fahrt  vor uns. Maria sitzt am Steuer und ich halte einen totalverunsicherten Djakni auf dem Arm. Ich spüre sein Beben, den kleinen Körperdurchlaufen regelrechte Zitter-Anfälle. Angst!?
Nach drei oder vier Kilometern entspannt er sich, es war wie wenn jemand den Strom abgeschaltet hätte, ohne jede Zwischenstufe. Ganz offensichtlich macht jetzt die Angst der Neugier Platz, denn er richtet sein Interesse auf sein Umfeld und auf mich, es ist wie eine Begrüßung. Jedes Stück Haut das er mit seiner Zunge an mir erreichen kann, leckt er ab, vor allem in meinem Gesicht und ich lasse ihngewähren und als er an meinen Ohren knabbert, schüttelt mich eine Gänsehaut.Dann will er runter, um das Reisemobil zu inspizieren.

Bevor ein Aufschrei ob des unzureichend gesicherten Hundes durch die Lande hallt, wir wissen auch, dass ein Hund im Auto gesichert sein muss, aber hier halte ich zivilen Ungehorsam für angebracht.
Auf meinem Arm konnte er sich beruhigen, er befand sich bei einem ihm bekannten Wesen, zu dem er schon ein Verhältnis aufgebaut hatte. In einer verschlossenenTransportbox ist er zwar sicherer untergebracht, muss sich aber hilflos in sein Schicksal ergeben. Wie würde ein solcher Hund in seinem neuen Zuhause ankommen, nach einer derartig lieblosen und stressigen Transport-Tortur?

Djakni fühlte sich sichtlich wohl. Mit aufgeringelter Rute untersuchte er jeden Winkel des Fahrzeuges, probierte die Matratze und die Hundedecke die wir für ihn vorbereitet hatten aus und entschied sich dann für den nackten Boden.Dort streckte er sich behaglich aus und verschlief locker und entspannt die nächsten hundert Kilometer.

Zuvor hatten wir noch einen kurzen Stopp auf einem Autobahn-Rastplatz eingelegt um ihm Gelegenheit zu geben, sich zu erleichtern. Das aggressive Rauschen der vorbei flitzenden Fahrzeuge und die vielen unterschiedlichen Gerüche wirkten aber wohl so erschlagend auf ihn, dass er den eigentlichenZweck des Halts vollkommen verdrängte. Nun ja, vielleicht war es auch noch nicht seine Zeit. Später halten wir abseits der Autobahn auf einem ruhigen Waldweg, dort ist das Pipi machen schnell erledigt.

Djakni schläft wieder so fest, dass er nicht einmal mit bekommt, als Maria den Motor des Autos abstellt. Wir müssen ihn wach machen und das machen wir ganz behutsam. Dann allerdings ergreift ein kleiner Racker in erstaunlich kurzer Zeit von seinem neuen Daheim Besitz und wir freuen uns, dass er den ihm zugedachten Haupt-Liegeplatz akzeptiert. Wir hätten auch nichts dagegen gehabt, wenn er sich anders orientiert hätte.
Ein ganz aufregender Tag neigt sich dem Ende zu, Djakni erledigt vor demSchlafen gehen noch seine Geschäfte, dann wird es spannend, denn wir ziehen nach oben ins Schlafzimmer um. Neben meinem Bett hat Maria das Hundelager vorbereitet. Eine (nach menschlichen Maßstäben) bequeme große Matratze in die er noch ganz schön groß hinein wachsen könnte, seine ihm schon bekannte Decke, die ich mit hoch gebracht habe und ein großes Tuch stehen zur Auswahl und jetzt entscheidet er sich für seine Hunde-Decke und schläft darauf erstaunlichschnell ein. Während der Nacht quiekt er zwei oder dreimal, beruhigt sich aber sofort, wenn ich meine Hand sanft auf ihn lege und ihn beruhigend anspreche.

Als er wieder was von sich hören lässt ist es kurz vor sechs und ich weiß sofort, dass es mit beruhigen nicht mehr getan ist. Er steht mit den Vorderpfoten auf meine Matratze gestützt vor meinem Bett und schaut mich im Halbdunkel mit großen Augen an. Mutig ziehe ich ihn zu mir hoch und ernte grenzenloseDankbarkeit, die er mit seiner Zunge in jede Pore meines Gesichts schreiben will. Jetzt muss es schnell gehen. Hose an, Pulli über, Djakni auf den Arm und runter. Kaum draußen fließt es erlösend aus ihm heraus, während es bei mir selbst vehement zu drücken beginnt. Beine zusammen kneifen und auf das weitere Geschäft warten und auch das wird prompt erledigt.
Wohlig entspannt liegt der Kleine gleich darauf wieder auf seiner Decke und schläft nochmal fest ein.

Unsere Tochter Frauke hat sich mit unseren Enkelkindern Fenja (5J) und Nia(2J) angekündigt und wir sind gespannt, wie sich Menschenkinder und Hundekind vertragen.
Das Kennenlernen dieser drei war wirklich Film reif. Da kam jemand, der nicht so furchtbar viel größer war als er. Djakni war außer Rand und Band und dabei in einem Maße behutsam, dass er mich meine, von seinen spitzen Zähnen geschundenen Hände vergessen ließ. Wie geht so was? Bei mir packt er gnadenlos seine Waffen aus und die Kinder behandelt er, selbst noch Kleinkind ganz ohne seine Zähne einzusetzen. Er springt sie an, leckt sie ab und rennt aufgeregt hin und her, aber wir können seinem ganz eindeutig freundlichen Spiel entspannt zusehen.
Dann will Fenja unbedingt noch mit Djakni spazieren gehen. Das Halsband mag er gar nicht und fummelt immer wieder dran rum aber als Fenja ihn lockt, geht er nach einiger Zeit auf ihr Spiel ein. Die Fünfjährige spielt schon zwei Jahre Fußball und ist (für ihrAlter) ein kleines nicht müde zu bekommendes Laufwunder. Natürlich darf Djakni noch nicht frei laufen, er geht an der Roll-Leine und am anderen Ende hängt der Opa. Drei Meter Leinenspiel sind nicht viel, so muss der (hier auch Autor) wohl oder übel mitlaufen. Zuerst trabt Djakni verhalten nebenher, dann begreift er FenjasSpielregel und geht so richtig aus sich heraus. Toll wie die Beiden miteinander klar kommen. Kurz nach ein Uhr am Nachmittag, müssen sich die drei verabschieden. Frauke ist ganz verliebt in den Kleinen, sie war es ja, die uns mit dieser Hunderasse bekannt gemacht hat und freut sich sehr, dass wir uns auf ihren Rat eingelassen haben. Es war ungefähr um diese Zeit, vierundzwanzig Stunden zuvor, als Maria Djakni in unser Auto getragen hatte. Wie viele Erlebnisse doch in einen so kurzenZeitraum hinein passen!

 

Djákni auf Reisen

Kaum im neuen Zuhause angekommen muss Djákni auf Reisen gehen. Ein Trauerfall ruft uns nach Norden, nach Nortorf. Djákni schläft sehr viel und ist ein problemloser Fahrgast. Die Übernachtungen im Wohnmobil gelingen wie daheim, nur dass wir jetzt schneller draußen sein können.
Auf der Rückfahrt erleben wir dann noch etwas außergewöhnliches: Wir wollen auf dem Stellplatz am Hotel Heide-Kröpke bei Essel übernachten und dort im Restaurant auch etwas essen. Als ich unseren kleinen Welpen erwähne, den wir noch nicht alleine lassen können, stellt man uns  zum Essen ein ganzes Zimmer nur für uns zur Verfügung, Grund genug, das hier zu erwähnen. Erwähnen muss man aber auch, dass Djákni sich vorbildlich verhält, und gleich zum Liebling des gesamten Personals wird.   

Djáknis Entwicklung (Stand 6. Nov. 2013)

Seit einigen Tagen ist Djákni wie man so schön sagt: stubenrein. Vorher konnte ihm schon noch mal ein Pfützchen passieren. Aber es gibt nichts, was er mit seinen spitzen Zähnchen verschont, da müssen wir noch hart gegensteuern. Die blöde Zeitumstellung hat uns einen sehr frühen Tag beschert, inzwischen haben wir in Viertelstunden-Schritten wieder erträglichere Früh-Zeiten erreicht.
An Allerheiligen wagten wir auf  einem großen Waldparkplatz, den wir für uns alleine hatten, Djákni frei zwischen uns hin und her laufen zu lassen, Maria und ich jeweils mit Leckerli bewaffnet. Am darauf folgenden Sonntag das war am 3. Nov. habe ich Dj das erste Mal auf einem Waldweg frei Laufen lassen. War das eine Freude! Wie wild raste er um mich herum, entfernte sich aber nicht weiter als fünf, acht Meter von mir. In der Nähe der Straße ließ er sich anstandslos wieder anleinen.
Heute Morgen witschte er aus der Haustür, als ich die Zeitung reinholen wollte. Es war ein toller Spaß für ihn, für mich weniger, denn er ließ sich nicht einfangen. Als ich mich dann einer Eingebung folgend umdrehte und zum Haus zurück ging, sah ich aus den Augenwinkeln wie er mir folgte. Mit dieser List lockte ich ihn brav ins Haus zurück.
Bei unserer täglichen Wald-Tour die er größtenteils frei laufen darf, leistete er etwas Neues: Er apportierte ein Stöckchen, suchte ganz gezielt danach und brachte es zu mir, mehrmals und unterschiedliche Stöckchen! 

7. Nov.
Djákni ist mit mir alleine, Maria ist einkaufen. Ich versuche, Dj klar zu machen, dass ich dringend unter die Dusche muss. Zunächst versuche ich, ihn vor der Badezuimmertür zu parken, aber seine Randale halte ich nicht lange aus, also lasse ich ihn rein und schließe die Duschabtrennung. Sein Bellen und Jaulen geht unvermindert weiter. Endlich kappiere ich und mache ihm auf. Vorsichtig tastet er sich vor, erst stellt er die Vorderbeine in die Duschtasse, dann folgt der ganze Kerl. Inzwischen habe ich die Temperatur runter geregelt und er wandert genüsslich durch den Duschstrahl. Huch, was bleibt jetzt von dem stattlichen Welpen über, nur noch ein abgezogenes Häschen steht neben mir. Genüsslich lässt er sich danach von Maria abfrottieren, die inzwischen gekommen war und auch das Schauspiel genießen konnte - nein, nix zweideutiges denken...  

10.+11. Nov.

Zeit der Martinsumzüge. Natürlich ziehen da unsere beiden Enkelkinder mit und Oma und Opa sollen möglichst auch dabei sein. Was bleibt dem kleinen Djákni übrig, er darf/muss auch mit. Was soll ich hier schreiben, er zieht mit, als wäre er schon das X. Mal dabei und lässt seine Freundin Fenja keine Sekunde aus den Augen. Läuft sie am Zugende ist er bei ihr, springt sie nach vorne mus Dj (und damit auch Opa) mit. Die beiden halten mich auf Trapp.
Er lernt dabei auch, dass Menschen sich an einem großen Feuer aufwärmen und betrachtet mit einigem Respekt diese riesigen Vierbeiner, auch Pferde genannt.  

24. Nov.

Djakni ist inzwischen ein richtiger Waldläufer. Unsere fast täglichen bis fünf Kilometer langen Wanderungen führen über meist menschenleere Waldwege. Er hat gelernt, steile Böschungen rauf zu klettern und zum Anbinden wieder zu mir zurück zu kommen. Dann interessiert er sich brennend für irgend etwas, lässt mich 10 bis 15 Meter vor gehen um dann wie ein Wirbelwind wieder zu mir zu laufen, oder er rast wie ein Derwisch im 5 Meter Radius vielleicht zehn mal um mich herum und wenn ich dann denke, dass er eigentlich müde sein müsste, spielt er zuhause mit seinen Bällchen oder seinem Lieblingsspielzeug, einer Bürste. 

Der Besuch                                                                                     geschrieben von Frauke 

Am 25. Nov. macht Djakniseinen ersten Allein-Besuch bei Frauke und den Kindern. Als er ankommt sind noch zwei fremde Kinder und deren Mama da. Dj begrüßt alle in seiner bekannt überschwänglichen Freundlichkeit. Alle? Das eine kleine Mädchen will ihn nicht sehen, hat Angst, zieht sich zurück. Das kann klein Djakni gar nicht verstehen und quietscht und bellt mit hell lockender Stimme.

Was passiert jetzt? Herrchen strubbelt ihn am Kopf, steigt ins Auto und fährt davon. Nanu, fragend schaut der kleine Wollknäuel dem Wagen hinterher.

Doch er hat jetzt keine Zeit zum trauern. Die Kinder sind hier und Nias Laufrad liegt auf der Erde. Neugierig beschnuppert er es: „Wenn ich daran knabbere dreht sich was, das ist toll.“
„He, was soll das!“
Nia war auf ihr Rad aufmerksam geworden, setzt sich drauf und rollt weg.
Das ist auch lustig, findet Djakni und rennt nebenher. Wenn nur die blöde Leine nicht wäre. Wie alle Hunde will er seine Begeisterung zum Ausdruck bringen, indem er das Objekt seiner Freude anspringt. Das geht aber nicht gut.
„Ups, jetzt ist Nia mit dem Ding umgefallen, aber gut, jetzt kann ich wieder ungestört ‚dreh das Rad‘ spielen.“
Nia war nichts passiert, aber die Gäste wollen gehen und verabschieden sich von ihm, äh – nein, nicht alle, aber auch gut.
Jetzt soll er Pipi und Häufchen machen, verlangt Frauke von ihm. Das wollte er schon die ganze Zeit, aber eben die hatte er bisher nicht gehabt. Darum war diese Anweisung auch Ruck Zuck erledigt. „Zufrieden ihr Menschen?“ Djakni ringelt stolz seinen Schwanz hoch und will brav ins Haus folgen, als er von einem Flatterding an der Hauswand irritiert wird, ‚ist doch nur ein Drachen‘ sagen sie dazu. „Egal was sie sagen, es wird vorsichtshalber richtig verbellt, dann weiß es Bescheid.“

„Ah, endlich nehmen sie mir die doofe Leine ab, äh, nein, sie machen mir die andere dran, warum?“
„Komm, Kleiner, schau dich erst mal in Ruhe um, schön langsam.“
Djakni weiß zwar nicht, was das soll, aber er spielt mit und schließlich ist Frauke am anderen Ende der Leine selber schuld, dass sie überall mit hin muss, wo er schnell mal schnuppern will.
Gut das Fenja da ist. Auf ihren Wink hin legt er sich flach auf den Boden, Platz nennen sie das und juhu, endlich macht jemand die Leine ab. Toll, Djakni freut sich, denn Frauke hat inzwischen Wasser bereit gestellt und jetzt bringt Fenja ihm eine Schüssel mit Futter. Das Hundeleben kann so schön sein und jetzt legen sie ihm auch noch einen Kauknochen vor die Nase, lecker! Aber eigentlich ist er müde. Wo könnte es hier am bequemsten sein? Ah ja, auf dem Teppich, da sind die anderen auch und er ist ihnen schön nahe. Vielleicht ist es aber auf dem großen blauen Ding noch besser, mal sehen.
Ups, runtergefallen, Fraukes Arm war im Weg, also nochmal. Wieder ein Arm davor, na ja, der Teppich war ja schon ganz gut. Wann kommen eigentlich Mama und Papa wieder, sie fehlen langsam schon – ein bisschen. Er macht sich ganz lang und schwer.

Aber Fenja will nicht schlafen, sie will spielen und zwar mit Djakni. Sie lockt ihn mit Spielsachen und er kann ihr nicht widerstehen, ihr kann er nie widerstehen. Wenn nur der Boden uiii, nicht so ruuutschig wäre. So, hoffentlich hat sie jetzt genug. Wusch liegt er auf der Seite und drückt fest die Augen zu. Papa hat gesagt, er soll schön brav sein und auf Fenja und Nia aufpassen und brav sein ist ganz schön anstrengend für ein isländisches Energiebündel. Er will jetzt nur noch seine Ruhe und etwas Schönes träumen.
Kaum eingeschlafen träumt er von Mama und Papa, ihre Stimmen sind ganz nah bei ihm, schön! Aber ist es denn ein Traum? Vorsichtig klappt er die Augen auf und sie sind wirklich da. Noch halb verschlafen läuft er ihnen entgegen um sie zubegrüßen, sie waren ja so lange weg gewesen, schön dass sie wieder da sind.
„Komm wir fahren heim“, rufen sie ihm zu. Langsam, erst mal überall Tschüs sagen. Es war toll bei Frauke, Fenja und Nia und Djakni freut sich, wenn er sie wieder besuchen darf, ob mit oder ohne Papa und Mama. Aber wo war eigentlich Michael, der gehört doch auch zu dem Rudel?  

28. Nov.

Fast jeden Tag etwas Neues. Heute durfte Djakni mit seinem neuen Freund, einem großen Airedale Terrier über Feldwege, Wiesen und Felder tollen. Beeindruckend, wie er versuchte, mit dem erwachsenen Rüden mitzuhalten und wie er mit ihm kommunizierte. Er kommt bisher mit allen erwachsenen Hunden sehr gut aus. Danach sah er auch toll aus, denn überall war es nass und schlammig, na ja, Djakni auch.  

30. Nov.

Heute war ein großer Tag, endlich haben wir eine tolle Welpengruppe für Djakni gefunden und er hat sich dort sehr wohl gefühlt. Erst stand er etwas abseits, sah sich das Ganze in Ruhe an, um sich dann den passenden Spielkameraden heraus zu picken. Mit dem ging dann die Post ab. Eine halbe Stunde lang konnten sich die kleinen Racker auf dem großen Gelände austoben. Dann hieß es wieder anleinen. Es galt, einen einfachen Parcour zu bewältigen, auch etwas ganz Neues für Djakni und auch hier zeigte er seine guten Anlagen. Wir freuen uns schon alle auf den nächsten Samstag!  

7. Dez.
Gestern hatten wir einen ruhigeren Tag - was die Bewegung anbelangt. Zuerst besuchten wir meine Mutter, sie ist 90 Jahre alt und hat ein paar Probleme mit Djaknis stürmischer Begrüßung. Er fühlt sich in ihrem Haus sehr wohl, ganz besonders mag er den Garten. Später lernte er noch eine Freundin in Speyer kennen. Natürlich hat sich auch Helga sofort in den kleinen Kerl, der so klein gar nicht mehr ist, verliebt.
Heute ist wieder Welpen-Spielgruppentag. Djakni flippt schon im Auto aus, als er merkt wo es hingeht. Er ist kaum zu bändigen und fegt, kaum vom Geschirr befreit wie ein Irrwisch über den Platz. Keine Spur mehr von dem zurückhaltenden, die Lage sondierenden Djakni vom letzten Mal. Sein Freund ist auch da, er begrüßt ihn sofort, aber der ist ihm heute zu träge. Ein kleiner schwarzer, sieben Monate alter Zwergspitz kann seinem Bewegungsdrang standhalten und während die meisten anderen Welpen spielend sich nur wenige Meter von der Menschengruppe wegbewegen, nutzen die Beiden den ganzen Platz, rasen in jeden Winkel, purzeln übereinander und halten ob ihrer Schnelligkeit fast alle auf Distanz.
Am Ende der Stunde gibt es noch eine Überraschung, der Nickolaus kommt (s. Foto) und zieht ein kleines Wägelchen hinter sich her. Wie kann der nur drüben auf der anderen Seite des Hunde/Menschen-Kreises anfangen! Djakni bellt und bellt bis er endlich auch sein Tütchen erhält, dann ist Ruhe - kaum zu Glauben!

Djakni verliert seine Babykrause. Die feinen Korkenzieher-Härchen fallen Büschelweise aus. Der hintere Teil seines Rückens ist schon ganz glatt und wirkt wie geschoren. Beginnt etwa schon die Pubertät? Sein Pipi verteilt er auch schon auf mehrere Stellen, aber immer noch vierbeinig.
Ach ja, und seit heute (9.12.) fehlen ihm vorne oben und unten je ein Zähnchen!

Unser kleiner Waldläufer

Immer wenn ich den Beutel mit Leckerli fülle, meine Matsch-Schuhe bereit stelle und die alte Jacke vom Haken nehme, weiß Djakni, dass es losgeht und er bebt vor Ungeduld. Tür auf und jetzt geht es rund. Alle müssen es wissen, lautstark erzählt er seinen Kollegen oder wem auch immer, wie sehr er sich freut: "Warum ist mein Zweibeiner am Ende der Leine nur so langsam, jetzt bleibt er sogar stehen, das sehe ich gar nicht ein, so schnell wie das blöde Auto bin ich allemal. Wau, wau, wau usw." Gut, dass wir nur die Straße überqueren müssen, um in unbewohntes Gelände zu kommen. Nach etwa dreihundert Metern hat er sich soweit abreagiert, dass ich ihn von der Leine nehmen kann. Das freie Laufen funktioniert inzwischen sehr gut, an unübersichtlichen Stellen rufe ich ihn 'bei Fuß' und er bleibt bei mir, bis ich ihn frei gebe (belohnt mit Leckerli natürlich). Neulich hat er gelernt, auf einem Baumstamm zu balancieren. War gar nicht so einfach, das Timing beim draufspringen hinzukriegen. Klappt jetzt schon ganz souverän und wenn er doch mal abrutscht, tut er einfach so als gehöre es dazu. Auf unserer Strecke gibt es einige steil abfallende Hänge und er sieht nicht ein, warum er da nicht runter darf. Jetzt arbeitet er wie besessen daran, die dollsten Anstiege meist auf der anderen Seite des gleichen Weges zu bewältigen, denn rauf darf er, das habe ich ihm klar gemacht.  Heute habe ich zu seiner Überraschung auch mal einen Gegenstand nach unten geworfen. Erst hat er mich ungläubig angesehen, um sich gleich darauf in die Tiefe zu stürzen. Mit stolz geringeltem Schwanz bringt er mir das Teil wieder: "Da, hab ich dir jetzt bewiesen, dass ich das kann", sagte überdeutlich sein Blick. Ich passe schon genau auf, wo ich ihm diese Freiheit gewähren kann. Wir haben unweit von unserem Haus einen Trampelpfad, der eine Verbindung zwischen zwei Waldwegen herstellt. Da geht es ganz schön steil runter. Als ich den mit Djakni vor einigen Wochen das erste Mal gegangen bin, er war angeleint, ist er hilflos runter gerutscht, bis ihn die Leine gebremst und hochgezogen hat. An dieser Stelle hat er sich danach immer ganz freiwillig anleinen lassen. Wenn ich doch mal noch ein Stück weiter gehen wollte, hat er das Anbinden eingefordert. Inzwischen läuft er den Pfad frei, er ist ja schon groß!

15. Dez.

Gestern war wieder Welpen-Treff. Djakni war ein bisschen frustriert, denn seine Freunde waren nicht gekommen. Es hatte geregnet, in der Nacht und den ganzen Morgen bis wenige Minuten vor halb Eins, denn um halb gehts los. Djakni stuppste mal diesen und mal jenen Kollegen, aber keiner wollte mit ihm um die Wette laufen. Nur einer ließ sich erweichen, ein sieben Monate alter was-weiß-ich-was-für-ein Hirtenhund, leider war er schon dreimal so groß wie Djakni und soll nach Angabe seines Besitzers noch gute 20cm höher werden??? Djakni konnte wohl das Beben spüren, das von dessen Pfoten losgetreten wurde und hütete sich vor einem Ringkampf mit dem Riesenbaby. 

Wie schon erwähnt hatte es geregnet und Djakni hat unheimlich Spaß daran, mitten im Lauf Haken zu schlagen und sich dabei ein, zweimal zu Überschlagen, so Rolle seitwärts-mäßig. Egal ob da Pfützen oder Matschlöcher waren. Er sah so richtig toll aus und ich hatte keinen Foto dabei.

Nach der Dusche zuhause folgte der obligatorische Nachmittagsschlaf.  

Danach beschäftigte er sich eine Weile mit sich selbst und seinen Spielsachen, das kann er auch sehr gut, da braucht er nur ab und an Hilfe, wenn er wieder irgend ein Teil unter den Schrank gekegelt hat. Irgendwann, es war schon fast 22 Uhr bezog er mich in sein Spiel mit ein.  

Schon oft hatte ich versucht, ihm etwas zu zuwerfen, aber er machte keinerlei Versuche, den Gegenstand zu fangen. Als er mir seinen Seilknoten brachte, den benutzten wir bisher zum Tauziehen, hatte ich eine andere Idee. Ich werfe Djakni dieses Seilstück (ihr kennt das sicher, ein dickes Seil und links und rechts ein Knoten, das ganze etwa 35 cm lang, sieht ein bisschen aus wie ein Knochen) waagrecht so zu, dass er es ganz leicht fangen kann, besser könnte, wenn er sein Maul aufmachen würde., tut er aber nicht und das Teil landet auf seiner Nase. Er hebt es aber  auf und bringt es mir sofort wieder, ganz von sich aus. Als ich jetzt wiederhole, zack hat er es im Maul und das kommentiere und beklatsche ich lautstark.  Jetzt  üben wir mit dem Knoten und einem Schaumstoffbällchen und bald liegt die Erfolgsquote bei 80 %. Er ist unheimlich stolz auf seine Leistung, das kann man gut an seinen Augen ablesen.  

Djakni und sein Anhang wünschen euch ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2014!  

26. Dez.

Wir haben uns alle sehr auf Weihnachten-Heilig Abend gefreut. Vor allem auf das Verhältnis Djakni/Enkelkinder in dieser Zeit und Situation haben wir gespannt gerwartet und es war einfach nur schön. Djakni half freudig beim Auspacken, das viele Papier war eigentlich schon Spaß genug. Das für ihn gedachte Plüsch-Quietsch-Ding bedachte er erst am nächsten Tag mit seiner Aufmerksamkeit. Die Anwesenheit der Kinder und die Fleischstückchen vom Lammbraten waren viel wichtiger.
Am ersten Weihnachtstag hat unsere Tochter Geburtstag, eine echte Herausforderung für einen jungen Hund. Da bei den Gästen einige Kleinkinder im Krabbelalter dabei waren, hielten wir Djakni an der Leine bei uns und er akzeptierte diese Einschränkung. Als es später ruhiger wurde, durfte er sich frei bewegen und erntete allseits nur Lob.
Am Nachmittag waren wir im Wald gewesen, danach durfte er duschen, dann die Geburtstagsfeier: Djakni schlief anschließend fast neun Stunden am Stück!

Heute wollte er mir unbedingt zeigen, wie gut er schon klettern kann. Es ist interessant, zu verfolgen, wie er seine eigene Leistungsfähigkeit einzuschätzen vermag. Auf unserem Weg begleiten wir einen kleinen Bach, allerdings oberhalb einer teilweise extrem steilen Böschung, ich habe das ja schon beschrieben. Prüfend stellt er sich an den Rand und wenn er denkt, dass er die Steigung begerrschen wird, ist er nicht zu halten. Stolz kommt er zurück und erwartet ein Leckerli für seine Leistung.  

Wo ist die Grenze, die man einem jungen Hund ziehen sollte? An jenen Tagen, an denen wir aus welchem Grund auch immer nicht in die Natur hinaus können, rast er wie verrückt durch die Wohnung und springt er wie ein Wilder über die Polstermöbel. Damit schadet er sich, so schätze ich es ein, mehr, wie im Wald wenn er einen Hang rauf oder runter düst. Beim Welpentreff sehe ich das Ergebnis, der kleine Kerl ist fit wie ein Turnschuh, nur zwei oder drei andere Hunde können ihm einigermaßen folgen.
Ach ja, Djakni hat ein neues Geschirr für die Leine bekommen, verrückt, er ist wirklich stolz darauf, schließlich durfte er im Tierladen anprobieren und mit aussuchen!
Im Wald akzeptiert er inzwischen auch ein Halsband, geduldiges Einstellen auf dieses Teil zahlt sich doch aus. An unübersichtlichen Stellen vor Biegungen oder so bleibt er jetzt ohne Aufforderung bei oder hinter mir, selten muss ich ihn noch zurück rufen.  

Silvester 2013

Auf unserer heutigen Tour trafen wir einen Australian-Shepherd/Schäferhunde-Mix, ein schönes mächtig wirkendes Tier mit ruhigem Blick. Er war angeleint, auch Djakni konnte ich rechtzeitig an die Leine nehmen. Wir verständigten uns und liessen beide frei. Djakni unterwarf sich deutlich, um gleich darauf spielerisch den Großen zu nexen. Immer wenn der ihm zu sehr auf die Pelle rückte, quiekte er ängstlich oder vielleicht auch nur pseudo ängstlich und das schon deutlich bevor er überhaupt berührt wurde. Offenbar hatte er Respekt vor der Masse an Hund, die da auf ihn zu kam.  

Wir ziehen weiter und dann kam das, wovor ich die ganze Zeit ein bisschen Angst hatte, einige Meter hangabwärts flüchteten zwei Rehe. Djakni, der sie klar vor mir bemerkt und eine gespannte Haltung eingenommen hatte, machte eine kurze Wendung und der Verfolgungs-Impuls war deutlich sichtbar, aber mein schnelles, aber ganz ruhig gesprochenes NEIN lenkte ihn davon ab, er blieb, den Beiden aufmerksam hinterherblickend, bei mir. Ich hätte ihn küssen können, so stolz war ich auf ihn. Ich schulde meinen Lesern noch eine Erklärung: Ich bin mit Djakni auf Strecken zwischen vier und sieben Kilometern unterwegs und sobald wir etwa 500 Meter vom bebauten Bereich weg sind, erleben wir nur sehr selten eine direkte Begegnung, weder mit Mensch noch mit Tier. Am heutigen Silvestertag ist für unsere Verhältnisse richtig was los im Wald. Reiter und mehrere Wanderergruppen bevölkern unseren Rundweg und Djakni, der alle schon  während er noch frei war bemerkt hat, ließ sich jedes Mal problemlos an die Leine nehmen.

Ach ja, die Knallerei!

Djakni war  irritiert, dass da mitten in der Nacht Menschen auf der Straße zu hören waren und die schimpfte er sehr wohl aus, anders kann ich das nicht interpretieren, denn die Blitze und die Knallerei ließen ihn vollkommen kalt. Er war müde und machte mitten im lautesten Geböller lieber gleich wieder die Augen zu. Beide Bezugsmenschen waren ja bei ihm, also war alles in Ordnung.  

4. Jan. 2014

Djaknis körperliches Wachstum scheint sich jetzt etwas zu verlangsamen, deutlich wachsen derzeit seine Muskulatur und die Rückenhaare. Beim heutigen Welpentreffen wurde ersteres sichtbar. Ein Border-Collie, der ihn vor zwei Wochen noch locker aufs Kreuz legen konnte, zog heute meist den Kürzeren, ohne das den Beiden bei der Tollerei langweilig wurde. Immerhin ist dieser Hundkollege einer der wenigen, der über 60 Minuten Djaknis Tempo mitgehen kann und dabei auch seine Attacken erträgt: Voll Speed Verfolgung, übereinander Purzeln, drei Salti schlagen und in entgegengesetzter Richtung das gleiche aufs Neue.  

8. Jan. 2014

Gestern wurde Djakni gegen Tollwut geimpft. Wieder reagiert er auf das Serum mit Müdigkeit. Dazu kommt, dass gerade reihenweise die Zähnchen ausfallen. Dar Arme trägt's sehr tapfer.  

HV